Es gibt wahrlich schönere Freizeitaktivitäten als das Sammeln von Unterschriften gegen Entscheidungen der Politik. Doch die jüngst im Rat verabschiedete Erhöhung der Hundesteuer um 17 Prozent hat die Grafenwälderin Helga Pittelkau eben dazu veranlasst. Denn diese Entscheidung kann die Hundeliebhaberin nicht verstehen. „Hunde sind treue Begleiter, helfenälteren Menschen in ihrer Einsamkeit und Kindern zu mehr Verantwortung.“ Sowieso sei die finanzielle Belastung für viele Hundehalter schon kaum zu tragen. Sechs Wochen lang hat Helga Pittelkau daher in Kirchhellen und Bottrop Listen gegen die Erhöhung hinterlegt. Zusammengekommen sind 1.168 Unterschriften, die nun an Stadtkämmerer Willi Loeven und Oberbürgermeister Bernd Tischler übergeben wurden. „Ich hoffe, man wird sich einsichtig zeigen und die ungerechte Erhöhung zurücknehmen“, sagt Helga Pittelkau noch vor dem Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt.
Doch hier sieht man sich unter Zugzwang. „Als eine Stadt, die seit Jahren durch Ertragseinbrüche und Steuerausfälle defizitäre Haushalte aufweist, waren und sind wir gezwungen zu handeln. Und dazu gehört auch die Erhöhung von Gemeindesteuern, wenn diese unter dem Durchschnitt anderer kreisfreier Städte in der Region liegen“, begründet Stadtkämmerer Willi Loewen die Entscheidung – auch mit Blick auf die kommunale Finanzaufsicht. Tatsächlich zahlen Bottroper mit 120 Euro im Jahr immer noch weniger als beispielsweise Hundehalter in den Städten Essen oder auch Gelsenkirchen. Helga Pittelkau aber hätte sich ein sozialeres Verhalten der Stadt gewünscht. „Warum sollen die Hundehalter die Haushaltslöcher stopfen?“ js