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Wenn von der „schönsten Sandbank der Welt“ die Rede ist, wissen Ostfriesland-Liebhaber wohl auf Anhieb, dass die Insel Juist gemeint ist – und das völlig zu Recht. Nicht zuletzt dem Billriff am westlichen Ende hat die Insel ihren guten Ruf zu verdanken, der ihr meilenweit vorauseilt.
Egal ob bei Ebbe oder Flut, einen Abstecher dorthin darf sich niemand entgehen lassen, der hier zu Gast ist. Während der Flut wird man Zeuge des einzigartigen Zusammentreffens von Nordsee und Wattenmeer und mit etwas Glück kann man sogar einen Blick auf einige Seehunde erhaschen. Bei Ebbe bietet sich hingegen ein unbeschreiblicher Blick auf eine nicht enden wollende Sandstrecke, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat.
Spätestens bei diesem Anblick ist nachzuvollziehen, woher die Insel Juist ihren passenden Kosenamen hat. Da wundert es auch nicht, dass die zwischen Borkum, Norderney und Mammert gelegene Insel immer häufiger als Urlaubsziel für ein paar erholsame Wochen fernab der Heimat gewählt wird. Bei Fahrradtouren und langen Spaziergängen über die Dünen kann man die Seele baumeln und den stressigen Alltag hinter sich lassen. Dazu tragen nicht nur die wunderbare Aussicht und die beruhigenden Geräusche der Wellen bei, sondern auch die wohltuende salzhaltige Seeluft, die vor allem bei Atemproblemen und Hautkrankheiten für Linderung sorgt. Die heilsame und saubere Luft ist allerdings nicht nur dem Meer zu verdanken, sondern auch dem Autoverbot, das in dem Urlaubsgebiet herrscht. Wenn also von Pferdestärken gesprochen wird, so sollte man die Insulaner durchaus beim Wort nehmen. Und wo hierzulande der Motor angelassen wird, wird auf Juist die Kutsche bestiegen.
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Ob per Pferdestärke oder mittels Kraft der eigenen Beine gehört ein Ausflug nach Loog zu einem Juist-Aufenthalt dazu, ganz besonders an Christi Himmelfahrt. Zwar heißt es immer, in dem kleinen Örtchen gehe es stets ruhig und beschaulich zu, doch zumindest einmal im Jahr, und zwar an eben diesem Wochenende, täuscht dieser Eindruck gewaltig. Dann zeigt der hohe Norden nämlich, was musikalisch in ihm steckt. An drei Tagen bieten zahlreiche Bands ein buntes Programm über Jazz-, Rock- und Popmusik bis hin zu Swing, Rock’n’Roll und gefühlvollen Balladen. Unter freiem Himmel sind die Besucher eingeladen mitzusingen, zu tanzen und die ausgelassene Stimmung zu genießen, die sich sogar über die Grenzen Loogs hinaus verbreitet. Um ihrem Ruf als ruhiger Pol doch noch gerecht zu werden, bietet die Stadt an den restlichen Tagen einige Programmpunkte, die einen entspannten Tag versprechen. Von der Aussichtsplattform „Dree Water Uitkiek“ bietet sich ein einmaliger Blick auf die Nordsee, das Wattenmeer und den Hammersee, dem größten Süßwassersee auf einer Nordseeinsel. Wenn dabei noch die Sonne ins Gesicht scheint oder eine frische Brise um die Nase weht, lässt das Urlaubsgefühl ganz bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.
Nicht nur Kunstbegeisterte sollten anschließend dem Kunstmuseum am Loogster Pad einen Besuch abstatten. Auf mehr als 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche bietet sich eine prächtige Vielfalt an Kunstobjekten, die sowohl imposante Fotografien als auch Bilder sowie Holz- und Metallarbeiten umfasst. Die Museumsstücke sind nicht nur künstlerisch von großem Interesse, sondern bilden zudem den historischen Wandel Juists sowie ihrer Nachbarinseln nach. Wer sich allerdings nicht nur mit den historischen Aufzeichnungen über Mommert und Co. zufrieden geben möchte, kann von der geografischen Nähe profitieren und quasi von einer Insel zur Anderen springen. So bietet beispielsweise Borkum allerlei Programmpunkte, die die Zeit wie im Fluge vergehen lassen.
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Vor allem wer einen Tag ganz im Zeichen des Sports verbringen möchte, ist auf Borkum richtig aufgehoben. Beim Beachvolleyball, Kitesurfen, Beachsoccer, Segeln oder Windsurfen kann man sich nach Herzenslust auspowern. Doch auch für diejenigen, die lieber auf Seiten der Zuschauer bleiben, ist Borkum eine wahre Fundgrube. Dabei sollte der Blick nicht nur auf die Strandsportler, sondern das ein oder andere Mal auch nach oben gerichtet werden, wo sich mit Sicherheit zahlreiche Drachen tummeln werden. Denn für die bunten Flugobjekte ist eine extra ausgezeichnete Strandregion eingerichtet worden, wo zudem Einsteigerkurse angeboten werden, bei denen die richtigen Griffe und Kniffe verraten werden. Höhepunkt des farbenfrohen Tummelns in der Luft ist das Drachenfest, das jedes Jahr aufs Neue Ende August stattfindet und viele Groß- und Lenkdrachen nach Borkum zieht.
Eines gibt es jedoch nur an der Nordsee und gehört zu einem Urlaub auf Juist oder Borkum dazu wie die Bergbesteigung zu den Alpen oder die Weinverkostung an der Mosel: die Wattwanderung. Wenn man dem faszinierenden Wechsel von Ebbe und Flut schon so nahe kommt, sollte man dies auch in vollen Zügen ausnutzen und dazu eignet sich nichts besser als eine Wanderung durch das Watt. Damit einem das Wasser aber nicht plötzlich bis zum Halse steigt, ist dringend davon abzuraten, sich allein auf den Weg zu machen. Mit einem erfahrenen Wattführer ist man nicht nur auf der sicheren, sondern auch auf der informativen Seite. Denn nirgends sonst gibt es so viele unterschiedliche Lebewesen an einem Ort wie im Watt und über die gibt es selbstverständlich viel zu erzählen. Während sich vor den eigenen Füßen Krebse, Pflanzen, Muscheln und der ein oder andere zurückgebliebene Fisch tummeln, sammeln sich in einiger Entfernung die Seehunde. Darauf ist besonders Borkum stolz, vor allem weil sich seit einigen Jahren wieder Kegelrobben unter die Seehunde gemischt haben, die lange Zeit zuvor nicht mehr in der Region gesichtet wurden.
Wer also einen naturverbundenen, ereignisreichen Urlaub verbringen möchte, ist in der Nordseeregion vollkommen richtig aufgehoben und wieder einmal zeigt sich, dass in Sprichwörtern immer etwas Wahres steckt. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? MH