Mit dem Wunsch nach dem „alten“ Autokennzeichen steht Gladbeck nicht alleine da. Viele andere nordrhein-westfälische Städte wollen ihre alten Autokennzeichen zurück. Dies ist das Ergebnis einer Konferenz Ende März im Gladbecker Rathaus, zu der Bürgermeister Ulrich Roland Bürgermeister und Vertreter von 15 NRW-Städten eingeladen hatte. Gemeinsam wollen die Städte jetzt für die Wiedereinführung ihrer früheren Kennzeichen werben. Eine Arbeitsgruppe der Städte wird die bestehenden Möglichkeiten der Wiedereinführung erarbeiten. Ziel ist eine gemeinsame Initiative in Richtung Landesregierung.
Gladbeck hatte bereits vor über 30 Jahren wie andere Städte und Gemeinden auch im Zuge kommunaler Umstrukturierungen und Gebietsreformen sein eigenes GLA-Kennzeichen verloren. Seit einer bundesweiten Studie „Initiative Kennzeichenliberalisierung“, die im Jahre 2010 von der Fachhochschule Heilbronn unter Federführung von Prof. Dr. Ralf Bochert durchgeführt wurde, wird in Gladbeck und in vielen anderen nordrhein-westfälischen Städten die Wiedereinführung der früheren Kennzeichen intensiv diskutiert. Beteiligt an der repräsentativen Umfrage waren 81 deutsche Städte, darunter neun aus Nordrhein-Westfalen. Von den über 17.000 Befragten in NRW war die eindeutige und überragende Mehrheit von 72,6 Prozent für die Wiedereinführung der bisherigen Kennzeichen. Überraschend:
Auch von der jüngsten Altersgruppe im Alter von 16 bis 30 Jahren sind über zwei Drittel für die Wiedereinführung des GLAKennzeichens. Dies zeigt, dass es sich um eine moderne Idee handelt und nicht um ein reines Nostalgiethema.
In Gladbeck war die Mehrheit für die Wiedereinführung des ehemaligen Kennzeichens sogar noch deutlich höher: Die im April 2010 durchgeführte Umfrage auf dem Marktplatz ergab mit 87 Prozent ein überzeugendes Ja für die Wiedereinführung von GLA. Beim Treffen im Gladbecker Rathaus waren sich alle beteiligten NRW-Städte einig: Kraftfahrzeugkennzeichen sind starke Identifikationssymbole und Marken, die kostenfrei für die Heimatstadt werben. Es ist ein wichtiges Symbol, eine Stadt zu verorten, stiftet starke Identität nach innen und repräsentiert die Stadt nach außen. Gleichzeitig dient es der Markenbildung und sorgt für Aufmerksamkeit.“
Technisch wäre die Wiedereinführung problemlos durchführbar und verursacht keine zusätzlichen Kosten. Und sie ist tatsächlich möglich: Die Heilbronner Initiative verweist mit Blick auf Hanau (HU), Völklingen (VK) oder St. Ingbert (IGB), dass bereits verschwundene Kennzeichen wieder entdeckt werden können.