Zehn Jahre Brauhaus in Kirchhellen

Was aus einer klassischen Schnapsidee werden kann, zeigt die Entwicklung des Brauhauses am Ring

Einen wahren Kraftakt tätigten vor genau zehn Jahren sieben Kirchhellener, als sie mit dem Bau des Brauhaus am Ring eine Lokalität schafften, in der große wie kleine Anlässe gefeiert werden können, in der man aber auch speisen und Kultur genießen kann und in der man sich einfach wohl fühlt.

Begonnen hat alles aber schon vor rund 16 Jahren, als die Alten Herren der Landjugend mal wieder beschlossen, etwas für Kirchhellen zu tun. Nach dem Abriss von Schulte-Wieschen stand für die Kirchhellener kein ausreichend großer Saal für Feiern jedweder Art zur Verfügung und sowohl Familienfeiern als auch Beerdigungskaffees oder Großveranstaltungen wurden in benachbarte Lokalitäten verlegt. Das war den Ur-Kirchhellenern Johannes Große-Venhaus, Bernhard Steinmann und Hubert Hüsken ein Dorn im Auge und kurzerhand beschlossen sie, sich Fachleute dazu zu holen und die Lücke zu schließen. Die Kleingruppe wurde um Rudi Königshausen, Norbert Ryvola, Gregor Bornemann und dem inzwischen verstorbenen Alfons Bleyleven erweitert.

„Wir haben Planungen erstellt und nach und nach zeichnete sich die Idee des Brauhauses ab. Die dazugehörigen baulichen Genehmigungen erhielten wir zunächst, doch dann gab es Schwierigkeiten, die aber dank des guten Zuspruchs von Alt Oberbürgermeister Ernst Löchelt aus dem Weg geräumt werden konnten“, erzählt Johannes Große-Venhaus, „ohne die Unterstützung aus Politik und Verwaltung wäre das alles so nicht gegangen. Ich möchte deshalb auch nach zehn Jahren noch Hermann Hirschfelder, dem damaligen Vorsitzenden des Wirtschaftsförderungsausschusses Rainer Goppold, Bezirksstellenleiter Hans Schmidt und dem damaligen Bezirksvorsteher Werner Dierichs danken.“
 

Zu einem ersten Treffen mit der Kirchhellener Bevölkerung, bei dem die Idee vorgestellt wurde, erschienen mehr als 500 interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Vereinen und Verbänden. Das zeigte, wie wichtig neue Veranstaltungsräume für Kirchhellener waren und wie gerne sich die Bevölkerung an dieser Idee beteiligen wollte. Als Beteiligungsform in finanzieller Hinsicht wurden Genuss-Scheine ausgegeben, die als festverzinsliche Wertpapiere mit einer festgeschriebenen Laufzeit der Bevölkerung Gelegenheit gaben, sich aktiv am Bau des Brauhauses zu beteiligen. Wie in Kirchhellen üblich, wurde aber auch von vielen anderen körperliche und moralische Unterstützung bei dem Vorhaben geleistet. Und so konnte nach nur sieben Monaten Bauzeit – die letzte Veranstaltung in der Bernd-Schnock-Halle war der Tanz in den Mai im Jahre 2001 – am 6. Dezember 2001 das Brauhaus am Ring eingeweiht werden.

Über die Jahre haben zahlreiche große und kleine Veranstaltungen mit Künstlern wie Atze Schröder und Mario Barth, der BigBand der Bundeswehr, den Höhnern für einen ausverkauften Saal gesorgt. Doch die Veranstaltungen mit lokaler Beteiligung wie das Plattdeutsche Theater, die Karnevalsveranstaltungen der kfd-Frauengemeinschaft, des VfB-Kirchhellen, der Landjugend und der Kolpingsfamilie sind das A und O des Brauhauses. Nicht zu vergessen sind dabei selbstverständlich die vielen privaten Feiern, Geburtstage, Hochzeiten mit ihren Jubiläen, Kommunions- und Konfirmationsfeiern, Familien- und Klassentreffen, die im Brauhaus stattgefunden haben. „Heute ist das Brauhaus ein Teil Kirchhellens geworden, aus dem es nicht mehr weg gedacht werden kann, ohne dass ein wichtiger und zentraler Bestandteil fehlen würde“, sagt Frank Strömer, Betriebsleiter des Brauhauses. Und weil das so ist, wird am Sonntag, 4. Dezember ab 11 Uhr gefeiert: mit einem Frühschoppen, Musik der Kirchhellener Blasmusik, Essen und Trinken zu günstigen Preisen. Und natürlich dürfen ein paar Fässer Freibier nicht fehlen. gj

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