Ulla Schwanitz ist das, was man liebevoll als lebendes Inventar bezeichnen könnte, denn aus dem Gasthof Berger ist die Feldhausenerin gar nicht wegzudenken. Seit 55 Jahren ist der Gasthof für sie nicht nur Arbeitsstätte, sondern fast schon ein zweites Zuhause.
Mit gerade einmal 13 Jahren hat sie in dem damals noch angeschlossenen Lebensmittelgeschäft ihre Lehre begonnen. Irgendwann habe sie dann beim Bedienen ausgeholfen und hier blieb sie dann auch, bis heute. „Für mich ist das kein Beruf, sondern Berufung und außerdem ein wahrer Jungbrunnen, auch wenn 12-Stunden-Schichten die Regel sind“, sagt Ulla Schwanitz und wer in ihre strahlenden Augen sieht, der weiß, dass sie das genau so meint. Vier Generationen hat sie in dem traditionsreichen Gasthaus schon erlebt, bei vielen Hochzeiten bedient und einige Jahre später bei der Taufe der Kinder, war sie ebenfalls diejenige, die für das Wohl der Gäste sorgte. „Freundlichkeit kommt bei mir an erster Stelle. Die Gäste sollen sich wohlfühlen und schöne Stunden bei uns verleben.“ Auch wenn mal der Schuh drückt oder der Kopf schmerzt, das Lachen vergeht der Feldhausenerin nie.
Auch Stefan Bertelwick, der Ulla schon als kleiner Knirps erlebt hat, erinnert sich gerne an so manche Anekdote zurück. „Ich werde nie ihr Gesicht vergessen, als sie, nachdem ich eine neue Kaffeemaschine gekauft und entsprechend auch neue Kaffeespezialitäten eingeführt habe, mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn in die Küche kam und sagte: „Da möchte jemand so'n Latte-Dings haben“. Heute serviert sie dieses Latte-Dings ebenso souverän wie Café Crème oder Espresso Macchiato“, sagt Stefan Bertelwick. Und wenn die Beine weiter so gut wollen, dann wird Ulla Schwanitz diesen auch noch die nächsten Jahre servieren. An jedem zweiten Wochenende in ihrem Gasthof Berger. gk