Gladbeck - Mehr Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren! Das hat sich die Stadt nicht nur auf die Fahne geschrieben, weil der im August 2013 in Kraft tretende Rechtsanspruch den Kommunen Druck macht. „Wir sehen den Ausbau als aktiven Beitrag zur Familienpolitik“, sagt Bürgermeister Ulrich Roland.
Um in Gladbeck eine Versorgungsquote zu erreichen, die dem neuen Rechtsanspruch gerecht wird, haben sich Bürgermeister, Stadtkämmerer, Erster Beigeordneter und Jugendamtsleiter an einen Tisch gesetzt und durchgerechnet. Nun kann die Stadt verkünden, dass vier Millionen Euro mehr in den Ausbau der U3-Betreuung gesteckt werden – und das in Zeiten von Nothaushalt und Kreditsperre. „Wir erwarten eine positive Reaktion der Bezirksregierung auf unseren Haushaltssanierungsplan“, so Ulrich Roland. „Dann wird Gladbeck Teil des Stärkungspaktes und kann im begrenzten Umfang wieder Kredite aufnehmen“, erläutert Stadtkämmerer Jürgen Holzmann und Rainer Weichelt, Erster Beigeordneter, rechnet vor: „1,3 Millionen Euro werden als Kredit zu günstigen Konditionen von der KfW-Bank aufgenommen. Rund 410.000 Euro kommen an Sondermitteln von Bund und Land hinzu und 721.000 Euro erhält die Stadt aufgrund des Belastungsausgleichgesetzes.“ Viele Zahlen, aber ein Ergebnis: die städtischen Kitas und die Einrichtungen der freien Träger werden bis Ende 2014 insgesamt 180 Kitaplätze mehr anbieten können.
Natürlich werden die 180 Plätze mehr auf Dauer die Personal- und Betriebskosten deutlich steigen lassen. „Wir rechnen mit einem erheblichen Mehrkostenaufwand, der über den Haushalt finanziert werden muss“, sagt Stadtkämmerer Jürgen Holzmann. Etwa 20 Fachkräfte müssten im Laufe des Ausbauprogramms wohl eingestellt werden. Schließlich sollen nicht nur die räumlichen Voraussetzungen stimmen, sondern auch die personellen, damit die hohe Qualität der Betreuung gewährleistet werden kann. „Wir ergreifen Initiative und handeln im Sinne der Familien unserer Stadt“, so Bürgermeister Ulrich Roland.
Tagespflege
Neben einem Kita-Platz für ihr unter dreijähriges Kind können Eltern auch die Tagespflegeangebote nutzen. Um mittlerweile 140 Kinder kümmern sich in Gladbeck ausgebildete Tagesmütter und -väter - Tendenz steigend. Die Tagespflege ist eine Option, für die sich Eltern neben einem Kita-Platz entscheiden können. Meist entscheiden sich Eltern von sehr jungen Kindern für diese individuelle Betreuung in einer Familie. Außerdem lassen sich die Betreuungszeiten flexibler gestalten als im institutionellen System. Auch eine Koppelung von Kita und Tagesmutter ist möglich. Wer sich über das Angebot in der Tagespflege informieren möchte oder selbst Tagespflegeperson werden möchte, kann sich im Jugendamt der Stadt Gladbeck informieren. Auch die Internetseite des Gladbecker Bündnisses für Familie, www.familie-in-gladbeck.de, hält ausführliche Informationen zu den vielfältigen Betreuungsmöglichkeiten in der Stadt bereit. js
Kita-Ausbau
Folgende städtische Kindergärten werden ausgebaut: Voßstraße, Vehrenbergstraße und Maria-Theresien-Straße sowie der Kindergarten Oase (nicht in städt. Trägerschaft, aber in städt. Immobilie untergebracht). Rund 1,9 Millionen Euro werden für den Ausbau der Kitas in freier Trägerschaft veranschlagt: Ev. Familienzentrum Lukas-Kindergarten (Butendorf), Ev. Familienzentrum Kleine Welt (Rentfort), AWO-Kindertagesstätte Enfieldstraße (Rentfort), Katholisches Familienzentrum St. Josef (Rentfort), Kath. Kita St. Michael (Innenstadt)