Ins Lot gerückt

RAG und Stadt stecken mitten in den Planungen zur Hebung der Gregorschule – Standort für die „Übergangsschule“ steht noch nicht fest

Kirchhellen - Die Gregorschule soll „gerade gerückt werden“. Ende vergangenen Jahres erklärte Schulleiter Peter Pawliczek Eltern, Schülern und Kollegen, dass die RAG die Schieflage des Schulgebäudes beheben will und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu soll im kommenden Jahr schweres Gerät anrücken.

Seien in den vergangenen Jahren schon etliche private Wohnhäuser rund um die Gregorschule gehoben worden, so soll nun auch die Schieflage der Schule selbst beseitigt werden. „In den vergangenen fünf bis sechs Jahren haben wir weit über zwanzig Gebäude in dem Gebiet um die Gregorschule herum angehoben“, sagt Ralf Bayerlein, Diplom-Ingenieur der RAG. Spürbar sei eine Schieflage bei etwa 15 mm Schiefstand je Meter. „Ein Hebungsanspruch besteht, wenn die Schieflage 25 mm je Meter beträgt“, erklärt Ralf Bayerlein. Daher bestehe Handlungsbedarf bei der Gregorschule.
„Die Maßnahme macht Sinn, weil wir uns bereits aus dem Abbaugebiet, das sich süd-westlich von der Schule befindet, zurückziehen und damit auch die Einwirkungen geringer werden“, sagt Michael Sagenschneider von der RAG.

Doch was genau bedeutet es, wenn ein Gebäude gehoben wird?
„Bei der Hebung werden hydraulische Pressen in die tragenden Wände eines Gebäudes eingesetzt. Dazu werden zunächst Nischen in die Wände gestemmt, in die die Pressen eingesetzt werden“, erklärt Ralf Bayerlein von der RAG. Dann kann das Gebäude an der abgesenkten Seite langsam gehoben werden. „Momentan laufen noch die Planungen, wie viele Pressen hier eingesetzt werden müssen. Generell ist der Hebeprozess allerdings der geringste Aufwand, es wird etwa eine Woche dauern, bis das Schulgebäude wieder gerade steht.“ Damit das Gebäude nicht beschädigt wird, findet die Hebung sehr langsam statt. Wenn man aber genau hinsieht, kann man den Prozess aber gut beobachten.
Aufwendig seien dann aber vor allem die Vor- und Nachbereitungen, sagt Jutta Kurdelbaum, Diplom-Ingenieurin bei der RAG. Schließlich müsse auch der Schulhof neu ausgerichtet werden und im Zuge der Arbeiten werden natürlich auch die Sanitärräume erneuert.

Da die Arbeiten vor allem im Keller stattfinden, wo auch die Toilettenanlage der Schule liegt, wird die Schule für den Zeitraum der Arbeiten freigezogen. Voraussichtlich wird der Umzug Ostern 2014 stattfinden. In der Nähe der Schule werden für die Zeit des Übergangs mobile Schulpavillons errichtet, in denen der Unterricht wie gewohnt weiter laufen wird. Wo genau „die Schule auf Zeit“ entsteht, ist noch nicht festgelegt. Die Stadt prüft derzeit die Standorte in der unmittelbaren Umgebung. „Bei Wohnhäusern ist es meist nicht notwendig, dass die Bewohner für die Zeit der Arbeiten ausziehen, bei einer Schule ist das etwas anderes, schließlich wollen wir hier auch die Unfallgefahr vermeiden“, sagt Michael Sagenschneider.  Zudem könne man natürlich schneller arbeiten, wenn das Gebäude leer stünde. „Hinzu kommt, dass gerade das Stemmen der Nischen Lärm macht und wir damit den Unterricht stören würden.“ Zur Zeit sei ein Kirchhellener Ingenieurbüro damit beauftragt, die Planungen für das Projekt auszuarbeiten. Und auch die Stadt sei momentan dabei, mögliche Standorte für den Übergangsbetrieb der Schule zu prüfen. „Alles in allem sehen die Planungen so aus, dass Ostern 2014 die Arbeiten beginnen und dann ein gutes Jahr andauern werden.“

Die Kosten für das Projekt stünden hingegegen noch nicht fest, heißt es von Seiten der RAG. „Aber die Hebung von Gebäuden ist nicht so kostspielig, wie man denken mag. Etwa 130.000 Euro kostet beispielsweise die Hebung eines Wohnhauses“, sagt Ralf Bayerlein.
Für die RAG spielt es übrigens keine Rolle, ob die Arbeiten 2014 oder auch ein Jahr später vollzogen werden. Die Planungen richten sich dabei viel mehr nach den örtlichen Gegebenheiten und nach Entscheidungen, die Politik und Stadt in den kommenden Wochen und Monaten treffen werden.
Eine Informationsveranstaltung soll terminiert werden, sobald feststeht, wohin die Gregorschule für die Zeit der Hebung ausweichen wird. Schulleiter Peter Pawliczek bekräftigt dabei noch einmal, dass für die Schüler kein Nachteil entstehen wird und der Unterricht in seiner gewohnten Form stattfindet. LebensArt wird für Sie weiterhin über das Projekt berichten. gk

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