Kirchhellen - Die Geburt eines Kindes ist nicht nur jedes Mal aufs Neue ein Wundern, sondern auch ein besonderes Erlebnis im Leben der Eltern. Da gilt es schon im Vorfeld die optimalen Voraussetzungen zu schaffen, einen Geburtsort zu wählen, an dem sich die werdende Mutter gut aufgehoben fühlt und das Kind auch im Fall von auftretenden Komplikationen gut versorgt ist.
Das alles bietet das Marienhospital in Bottrop und zwar in ausgezeichneter Weise. Erst im vergangenen Jahr wurde das Perinatalzentrum im Marienhospital als Versorgungseinrichtung der höchsten Stufe anerkannt. Denn nicht nur Frauen, die „normal“ entbinden sind hier gut versorgt, sondern auch Patientinnen mit Risikoschwangerschaft. Rund 900 Neugeborene werden jedes Jahr im Marienhospital entbunden, das kleinste entlassene Neugeborene wog bei der Geburt nur 390 Gramm. „Zum Vergleich das Normalgewicht von Säuglingen beträgt etwa 3.700 Gramm", sagt Dr. med. Hans-Christian Kolberg, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat die Arbeit des Teams nun per Zertifizierungsurkunde bestätigt. „Wir haben nichts verändern müssen, sondern der Zertifizierungsstelle einfach vorgestellt, wie wir seit vielen Jahren arbeiten“, sagt Hans-Christian Kolberg.
Und diese Arbeit fängt schon weit vor der Geburt an. Jeden ersten Montag im Monat haben Schwangere nämlich Gelegenheit, sich den Kreißsaal und die Station des Krankenhauses anzusehen. Gleichzeitig nimmt sich das Team viel Zeit für Fragen. „Im Kreißsaal ist die Frau der Boss. Es geht darum, dass sie sich hier wohlfühlt. Bei Risikoschwangerschaften kommt es dann allerdings darauf an, dass Mutter und Kind während und nach der Geburt optimal medizinisch versorgt werden können.“ Da seit dem 1. Januar ein Kinderchirurg am Klinikum beschäftigt ist, können beispielsweise Fehlbildungen direkt nach der Entbindung operiert werden.
Ab der 36. Schwangerschaftswoche findet jeden Donnerstag im Kreißsaal eine Geburtshilfliche-Akkupunktur statt. Eine Anmeldung ist dafür nicht notwendig. In der Elternschule des Krankenhauses werden außerdem Geburtsvorbereitungskurse und auch Kurse für Rückbildungsgymnastik, Stillberatung und vieles mehr angeboten. Im Mittelpunkt steht jedoch die Geburt und diese sollte natürlich mit so wenig Eingriffen wie möglich erfolgen.
Die Zahl der Kaiserschnitte hat sich allerdings in den vergangenen zehn Jahren erhöht. „Bei uns werden etwa 35 Prozent der Geburten per Kaiserschnitt durchgeführt, durchschnittlich sind es in NRW 33 Prozent.“ Dabei hat sich jedoch einiges bei der Operationsmethode geändert. „Wird ein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, so geschieht dieses bei uns durch die sanfte Misgav-Ladach-Technik“, erklärt der Chefarzt. Diese Operationsmetode dauert nur noch 20 bis 25 Minuten. Dabei muss ein bedeutend kleinerer Schnitt gemacht werden, zudem müssen die Frauen nur noch etwa vier Tage im Krankenhaus bleiben. gk
Weitere Informationen erhalten Sie am Informationsabend für werdende Eltern an jedem ersten Montag im Monat um 18.30 Uhr oder auf der Station 5c. Ebenso können sich Interessierte im Internet auf der Seite www.mhb-bottrop.de kundig machen.