Innenstadt bekommt ein neues Gesicht

Die Planungen zur Umgestaltung der Gladbecker Innenstadt laufen, bereits 2014 soll mit den Arbeiten in der Fußgängerzone begonnen werden

Gladbeck - Die Planungen zur Umgestaltung der Gladbecker Innenstadt laufen. Zum Jahresende 2012 hat die Stadt für das Projekt Stadtmitte zwei weitere Förderbescheide erhalten. Aus Mitteln der Städtebauförderung sowie der EU für „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007-2013 (EFRE)“ kommen den Maßnahmen des Projektes Stadtmitte bei einer Förderquote von 80 Prozent weitere 1.327.000 Euro zugute. 1.080.000 Euro davon fließen in die städtebaulichen Maßnahmen.
 

Erstmalig auch ist die Förderung des Bereiches Lokale Ökonomie mit 247.000 Euro für Maßnahmen des Citymanagements, des Stadtmarketings und Leerstandsmanagements vorgesehen. Ein wahrer Geldsegen für Gladbeck, denn aus städtischen Mitteln wäre eine Modernisierung der Innenstadt nicht zu finanzieren gewesen. Die zugesagten Mittel machen nun den Weg frei, für die City-Planer. Denn bereits Anfang 2012 ist der Auftrag zur Planung der neuen Fußgängerzone an das Planungsbüro RMP Landschaftsarchitekten aus Bonn vergeben worden und Ende vergangenen Jahres stellte dieses erstmals seine Pläne vor. Die gesamte Umgestaltung steht dabei unter dem Motto „Promenaden und Plätze für die Innenstadt“. Die Fußgängerzone und die Plätze in Gladbeck werden neu gegliedert und aufgewertet, so das Ziel. Von Anfang an wurden dazu Bürger, Einzelhändler und alle Interessierten mit ins Boot geholt. Sie alle konnten Wünsche und Meinungen äußern. Beim Innenstadtausschuss der Stadt Mitte Januar wurden die Ergebnisse aus Befragungen, Stadtspaziergängen und Diskussionen zusammengefasst. Jetzt geht’s in die detaillierte Planung. „Eine Planung, die wir Einzelhändler natürlich begleiten werden“, sagt Matthias Alt von der Werbegemeinschaft.

Doch klar ist jetzt schon, alle Wünsche wird man nicht erfüllen können, denn nicht nur die Ansprüche von Bürgern und Einzelhändlern gehen hinsichtlich der Umgestaltung auseinander, sondern auch die verschiedene Generationen haben unterschiedliche Wünsche. „Ein Beispiel: Die eine Gruppe wünscht sich Bänke mit Rückenlehne, die anderen ohne. Oder in Punkto Spielgeräte: Die einen möchten eine kinderfreundliche Stadt, die anderen wollen von Spielgeräten in der Fußgängerzone nichts wissen“, sagt Peter Breßer-Barnebeck, Pressesprecher der Stadt Gladbeck. Kein einfaches Los für die Stadt und die Stadtplaner. Noch vor den Sommerferien will man den Politikern, den Einzelhändlern und auch den Bürgern die neuen Pläne vorstellen. Dass diese es nicht jedem Recht machen, das steht schon jetzt fest. „Natürlich können wir auch an den neu erstellten Planungen noch das eine oder andere ändern“, sagt Peter Breßer-Barnebeck. Letztendlich muss man sich aber auf einen Kompromiss einlassen, der die Wünsche der Mehrheit widerspiegelt.
 

2014 sollen den Plänen Taten folgen und der Innenstadt ein neues Gesicht verleihen. Strukturell wird sich dabei nicht viel ändern, die Straßenführung bleibt wie gehabt. Optisch soll die Innenstadt jedoch aufgewertet werden. Das beginnt bei Pflasterarbeiten und endet bei Ruhezonen, die entstehen sollen. „Uns ist es dabei wichtig, dass wir eine flexible Innenstadt haben, in der Veränderungen möglich sind“, sagt Matthias Alt im Gespräch mit LebensArt. Vor allem soll nach dem Umbau alles aufgeräumter wirken. So sollen beispielsweise Zonen definiert werden, in den Warenstopper aufgestellt werden dürfen. Momentan gleicht ein Bummel nämlich manches Mal gar einem Slalom-Lauf.

Einig sind sich wohl alle in einem Punkt: Wenn Gladbeck auch in Zukunft mit anderen Städten mithalten will, dann muss jetzt etwas geschehen. Allein die beiden großen Leerstände (ehemals P&C am Marktplatz und Hertie gegenüber dem Rathausplatz) werfen große Schatten und trüben das Bild der Innenstadt. „Was das ehemalige P&C-Haus angeht, so sind wir zuversichtlich, dass sich dort im Zuge der Umgestaltung etwas tut“, sagt Peter Breßer-Barnebeck. Wünschenswert wäre es, denn ein Blick auf die Nachbarstädte zeigt: Hier tut sich einges. Das Hansa-Zentrum in Bottrop nimmt Formen an, Dorsten steht davor, dem alten Lippetorcenter neues Leben einzuhauchen. In beiden Fällen sollen die Zentren zu Publikumsmagneten werden. Ein solcher Magnet würde auch Gladbeck gut tun! gk

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