Foto: Gabriele Knafla

Ein Radweg muss her!

Die Schüler von der Gahlener Straße haben einen gefährlichen Schulweg – Die Bürgerinitiative will das nun ändern und kämpft für einen Radweg entlang der Straße

Kirchhellen - Für Emely, Annika, Laura und Steffen ist der Schulweg jeden morgen aufs Neue ein riskantes Unterfangen. Denn ihr Schulweg führt entlang der L104, der Gahlener Straße. Ob zu Fuß bis zur Bushaltestelle an der Ecke Alter Postweg oder mit dem Fahrrad bis nach Kirchhellen, jeden Tag müssen die vier Schüler hier entlang, an der engen, viel befahrenen Straße, denn einen befestigten Radweg, den gibt es hier nicht.
 

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Für Radfahrer gibt es auf der Gahlener Straße keinen Platz.
Foto: Gabriele Knafla

„Wir sind jeden Tag dankbar, wenn unsere Kinder diese Gefahren unbeschadet überstehen“, sagt Mutter Vera Scheier. Gerade in den Wintermonaten gestaltet sich der Schulweg für die Kinder besonders heikel. „Wir haben alle eine Warnweste und auch Blinklichter, damit man uns besser erkennen kann“, sagt Emely Xanten. „Besonders schlimm ist es, wenn ich Frühstunde habe, dann ist es stockdunkel draußen. Der Schulbus fährt dann noch nicht, ich muss also mit dem Fahrrad fahren“, sagt Annika Xanten. Und nach dem starken Frost des Winters gleicht der Wegesrand nun auch noch einer wahren Buckelpiste. Annika hat gar keine andere Chance, als auf der Straße zu fahren. Doch das soll sich nach dem Willen der Bürgerinitiative Radweg Gahlener Straße nun ändern. „Wir brauchen hier einen vernünftigen Radweg“, sind sich die Anwohner der Gahlener Straße einig. Daher haben sie sich im November vergangenen Jahres zu einem Initiativkreis zusammengeschlossen. „Wir haben zunächst geschaut, wen wir ansprechen können“, sagt Stephan Peuler. Denn die Sachlage ist nicht ganz einfach. Bis vor einigen Jahren waren nämlich noch zwei verschiedene Landschaftsverbände für die Gahlener Straße zuständig. „Damals hatte der Radweg im Kirchhellener Teil oberste Priorität“, weiß Stephan Peuler. Anders sah es auf Schermbecker Gebiet aus, da lag der Ausbau auf Prioritätenrang 22. Schließlich wechselten die Zuständigkeiten für die Planung zum Regionalverband Ruhr (RVR). Und wieder steht der Kirchhellener Teil auf der Prioritätenliste deutlich weiter oben als der Schermbecker. „Die Sache muss zunächst geklärt werden“, sagt Antonius Jansen. Bereits vor zwanzig Jahren habe er erstmals Anträge zum Ausbau des Radwegs gestellt, so der Anwohner.  Mit einem „wäre nicht erforderlich“ wurde dieser jedoch abgelehnt. Für die Anwohner muss sich das anhören wie ein „hier sind noch nicht genügend Unfälle“ passiert. „Wir wollen aber handeln, bevor es zu einem schlimmen Unfall kommt“, sagt Stephan Peuler. Daher rief die Bürgerversammlung im Januar zu einem ersten Infoabend auf, zu dem auch Vertreter von Straßen.NRW geladen waren, leider aber nicht erschienen.

Vergangene Woche machte sich Stephan Peuler daher auf den Weg nach Bochum, um hier mit Straßen.NRW in Gespräch zu kommen. „Das Gespräch ist äußerst sachlich verlaufen“, sagt Stephan Peuler, „die Behörde stellte dabei eine Ressourcen sparende Variante für den Radweg vor.“ Diese führt von Kirchhellen aus in Richtung Gahlen entlang der rechten Straßenseite. Der jetzige Kanal soll dabei als Radweg genutzt werden. Der alte Baumbestand (der vor allem am linken Straßenrand steht) könnte erhalten bleiben. Mit 2,50 Meter bis 2,75 Meter soll der Radweg außerdem breit genug sein, dass ihn Radfahrer aus beiden Richtungen nutzen können. Ganz ohne Grunderwerb wird man hier allerdings nicht auskommen können. Das weiß Straßen.NRW und das wissen auch die Anwohner. „Wir haben alle Grund­stücks­eigentümer angesprochen und bis auf wenige Ausnahmen waren alle bereit, diese Stücke zu veräußern“, sagt Stephan Peuler.

Am 21. März wird Stephan Peuler das Anliegen der Bürgerinitiative im Düsseldorfer Landtag vortragen und hofft auf Unterstützung der Politik. Vor allem hoffen aber alle beteiligten, dass die Planungen nun zügig vorangehen. Denn mit Beginn des Frühjahrs wird der Verkehr auf der Straße wieder weiter zunehmen. Waren es in den vergangenen Wochen „nur“ die Lastwagen, so kommen nun auch zahlreiche landwirtschaftliche Transporte dazu. Auch wird der Ausflugsverkehr wieder zunehmen. „Wir hoffen, dass die Realisierung des Rad- und Fußweges durch die verschiedenen Aktivitäten jetzt einen deutlichen Schub bekommt und eine Realsierung näher rückt.“ gk
 

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