Kirchhellen - Wenn es am 18. und 19. Mai 2013 in Kirchhellen wieder heißt: „Die Spiele sind eröffnet“ könnte es sein, dass Stars und Sternchen aus Hollywood, Sportler aus der ganzen Welt, längst vergessene Musikbands, europäische Königshäuser und viele, viele andere prominente Gäste durchs Dorf marschieren. Denn das Thema der Jubiläums-Bauernolympiade lautet: „Die Prominenz der Welt kommt nach Kirchhellen“.
Doch nicht nur das Thema verspricht einen Superlativ, auch die bislang angemeldeten 111 Gruppen stellen einen Rekord dar. Dabei sind 42 Damenteams, 54 Herrenmannschaften und 15 gemischte Teams. 25 Gruppen davon sind zum ersten Mal dabei. „Ohne es hundertprozentig zu wissen, würde ich sagen, dass die Brandmeister bei den Herren und die Scheißviecher bei den Damen den Teilnahmerekord halten“, sagt Christoph Stappert, Mitglied im Olympiakomitee, das sich für die Vorbereitung und Durchführung der Spiele verantwortlich zeigt.
Spiel ohne Grenzen
Die Idee, in Kirchhellen Bauernolympiaden zu veranstalten, wurde im Jahre 1987 geboren, als die Alten Herren der Landjugend, damals noch gar nicht alt, aber immer schon kreativ, anlässlich ihres zehn- jährigen Bestehens eine Art „Spiel ohne Grenzen“ für Kirchhellener Kegelclubs, Stammtischrunden und sonstige Gruppierungen organisieren wollten. Aus diesem Einfall wurde die erste Kirchhellener Bauernolympiade geboren, die Pfingsten 1987 über die Bühne ging. Als Austragungsort wählte man den Hof von Bernhard Steinmann an der Dringenburg, der sich schon bei dem dort zwei Jahre vorher veranstalteten Fußballturnier bewährt hatte und deshalb besonders geeignet erschien. Sechs Damen- und dreizehn Herrenteams wetteiferten miteinander bei acht verschiedenen Spielen. Beim Brennholz-Sägen, dem Strohhaufen-Setzen, dem Heugebläse-Rohrreinigen, beim Schubkarrenflachrennen, bei der Kartoffel-Lese, auf dem Vierspänner-Parcours, an der Jungviehtränke oder beim Bauern-Vierkampf ging es um Geschick und Schnelligkeit. Wer an der richtigen Stelle den Joker setzte, konnte die erreichte Punktzahl verdoppeln.
Die damaligen Teams waren bei den Damen: „Die Pudelmützen“, „Die Holzwürmer“, „Die verdorbenen Strolche“, „Die wilden Mücken“, „Die kleinen Strolche“ und „Die Rumkugeln“; die Herren waren mit „Die Pichelsteiner“, „Die Bengels“, „Die Krümmels“, „Die Niemals Dagewesenen“, „Herrenabend“, „Fall um“, „Die flotten Jungs“, „Die schwatten Hampiepen“, „Die Schlümpfe“, „Et Rappelt“, „Die Standfesten“, „Volles Rohr“ und „Die Miegenpöhlen“ dabei. Damals war es noch eine eintägige Veranstaltung, die „Die Holzwürmer“ und „Die Pichelsteiner“ gewannen. Die Olympiade endete abends mit einem zünftigen Scheunenfest, auf dem die Tanzkapelle „Les Companions“ aufspielte. Man beachte: Der Eintritt kostete damals nur 3 DM und die Flasche Bier 1,50 DM.
Bauernolympiade 2013
26 Jahre später und um einige Erfahrungen reicher wird wie in den Jahren zuvor am Samstag um 17 Uhr mit dem Gottesdienst in der St. Johannes- Kirche gestartet. Danach erfolgt der Umzug der Gruppen durchs Dorf. Für den Sonntag haben sich die Nachfolger im Olympiakomitee entschlossen, aufgrund der hohen Teilnehmerzahl am Sonntag eine halbe Stunde früher mit den Spielen zu starten. Des Weiteren wird zum ersten Mal auch der Umzugswagen neben der Schlafstätte prämiert. Christoph Stappert: „Es wird wieder Sonderaktionen zum Thema geben. Als Band für Sonntagabend haben wir die 'echten' Valentinos gebucht.“ Neu ist zudem auch die Internetseite www.kirchhellener-bauernolympiade.de. gj