Stenkhoffbad zunächst einmal gerettet!

Die Weiterfinanzierung des Stenkhoffbades zieht Kürzungen an anderen Stellen nach sich – Kirchhellener sorgen sich um Bezirksverwaltungsstelle und Sportvereine

Kirchhellen - Beim ersten Bottroper Bürgerentscheid votierten 73,6 Prozent der Teilnehmer mit „Ja“. Die Frage lautete „Soll die Stadt Bottrop das Stenkhoffbad weiter finanzieren?“. 9.703 Bottroperinnen und Bottroper stimmten dem zu. Konkret heißt das jetzt für die Stadt, dass rund 190.000 Euro Fördersumme weiter in das Bad fließen müssen. Oberbürgermeister Bernd Tischler meint: „Das muss nun anderweitig eingespart werden.“
 

3.489 Bürgerinnen und Bürger, 26,4 Prozent, waren dagegen, das Freibad weiterhin mit Hilfe eines Stadtzuschusses zu betreiben. Die Wahlbeteiligung lag jedoch nur bei 14 Prozent. Oberbürgermeister Bernd Tischler macht keinen Hehl daraus, dass er sich eine andere Lösung gewünscht hätte: „Das Stenkhoffbad soll erhalten bleiben, das wollen die Bottroper und sehen bei der Finanzierung die Stadt in der Pflicht. Der Rat und die Verwaltung konnten sich damit nicht mit ihrer Sichtweise durchsetzen. Die Bürgerinitiative hat eine demokratische Mehrheit für ihr Anliegen gefunden. Die weitere Trägerschaft der Stadt ist nun Fakt und entsprechend ist dies die Vorgabe für die Stadtverwaltung.“ Bernd Tischler erinnerte noch einmal daran, dass keine der im Rat vertretenen Parteien die Schließung des Bades gewollt habe. Die geringe Besucherauslastung des Bades habe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vielmehr die Fortzahlung des städtischen Zuschusses in Frage gestellt.

Der Bürgerentscheid gilt zunächst für zwei Jahre, das heißt, in dieser Zeit ist die Stadt daran gebunden, die Fördersumme zu leisten. „Egal, wie teuer das wird, egal wie die Besucherzahl aussieht, die Stadt muss zahlen“, erklärt Stadtsprecher Ulrich Schulze. Danach kann neu überlegt werden. Da jedoch im Rahmen des kommunalen Stärkungspaktes das Geld anderswo einzusparen ist, sorgen sich auch die Kirchhellener Bürgerinnen und Bürger, wo das genau sein wird. Gerüchte gehen dahin, dass die Kirchhellener Bezirksverwaltungsstelle auf der Kippe steht. Das eine habe nichts mit dem anderen zu tun, erklärt Ulrich Schulze, die Leistungen der Bezirksverwaltungsstelle in Kirchhellen würden geschmälert, das sei bekannt und im Vorfeld des Entscheides beschlossen.
Ob dagegen andere Sporteinrichtungen oder Vereine das Nachsehen haben, wird sich zeigen. Dass aus den Mitteln der Sportförderung Gelder abgerufen werden, sei nicht beschlossen – aber dennoch möglich. Noch gibt es keine Hinweise, dennoch ist klar, irgendwoher muss das Geld kommen.

Die Bürgerinitiative „Stenkhoffbad“ hatte seit dem Start des Bürgerentscheids immer wieder betont: „Nach der Schließung der Stadtteilbibliotheken, der Ausdünnung des Busverkehrs und der Streichung der Zuschüsse zum Schul-Mittagessen muss mit dieser Kürzungs-Politik endlich Schluss sein!“ Damit das Stenkhoffbad attraktiver wird engagieren sich die Mitglieder der Bürgerinitiative künftig im Förderverein Stenkhoffbad. „Das beliebte Familienbad hat noch viele Entwicklungsmöglichkeiten die es künftig zu nutzen gilt. Mit dem erfolgreichen Bürgerentscheid wurde dafür der Grundstein gelegt.“gj


Kommentar von Gundis Jansen-Garz


Das hätte man auch anders regeln können. Wenn es durch den Bürgerentscheid nun dazu kommt, dass auch in Kirchhellen Sportvereinen die Zuschüsse gekürzt werden, ist der Erfolg des Bürgerentscheids ein zweifelhafter. Natürlich hätte es besser den Flugplatz Schwarze Heide treffen können, als das Stenkhoffbad, keine Frage!  Dennoch stehen die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die ganzjährig in den Sportvereinen aktiv sind, nun einmal nicht im Verhältnis zu wetterbedingten Freibadbesuchern. Der Initiativkreis hätte besser daran getan, einen Verein zu gründen, der das Freibad betreibt, da hätten die Bottroper und Kirchhellener Vereine sicher ihre Unterstützung gegeben – siehe das Hallenbad in Schermbeck oder das Freibad in Marl. Dort funktioniert ein Betrieb ohne städtische Finanzspritzen bereits seit Jahren. Nun gilt es abzuwarten, wie und wo die Kürzungen ausfallen und dann sollte ein vernünftiger Weg gefunden werden, um Politik und Verwaltung dazu zu bringen, den Rotstift an den richtigen Stellen zu setzen!

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