Alice in der Nervenheilanstalt

Der Projektkurs Theater der Gesamtschule Schermbeck probt fleißig für die Aufführungen des Stückes „Alice im Anderland“

Schermbeck - Die Proben laufen auf Hochtouren. „Wir befinden uns gerade in der heißen Phase“, sagt Christian Völtz, Lehrer an der Gesamtschule Schermbeck und Betreuer des Projektkurses Theater. Die Farbe am Bühnenbild trocknet noch und die Requisiten müssen noch zusammengesucht werden, damit sie an den Aufführungsabenden am Freitag, 14. März 2014 um 19 Uhr und am Samstag, 15. März 2014 um 18.30 Uhr bereit liegen. Auf dem Programm steht „Alice im Anderland“ von Stefan Altherr, eine eher düstere Adaption der bunten Fantasie-Welt von Alice im Wunderland.
 

„Die Schüler haben das Stück selbst ausgewählt“, erzählt Christian Völtz. „Wir fanden es alle sehr interessant, weil es gesellschaftskritisch ist und wir etwas anderes machen wollten als die Jahrgänge vor uns, die eher lustige Stücke aufgeführt haben“, sagt Walerija Fuhr, Darstellerin der Grinsekatze. Denn die bekannten Figuren aus Alice im Wunderland, wie die Grinsekatze, der Hutmacher oder die Herzkönigin, finden sich auch bei „Alice im Anderland“ wieder. Allerdings befindet sich Alice in diesem Stück nicht im Wunderland, sondern im Anderland, das heißt in einer Nervenheilanstalt. Dort ist sie als Patientin, denn Alice leidet nach dem Tod ihrer Eltern durch einen Brand unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die mit einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung einhergeht. Das heißt, sie wird permanent von ihrer zweiten Persönlichkeit, der Grinsekatze, begleitet.
 

Trotz solch einer ernsten Thematik verspricht das Stück aber auch lustige Momente. „Lachen wird man auf jeden Fall“, sagt Grinsekatze-Darstellerin Walerija Fuhr. „Mit diesem Stück wollen wir aber vor allem zum Nachdenken anregen und auf die Problematik von psychischen Erkrankungen aufmerksam machen“, ergänzt Jan Erwig-Drüppel, der den Hutmacher spielt.  Und bis zu den Aufführungen passt ihm dann auch hoffentlich der Hut. „Mein Kopf ist einfach zu groß“, lacht der Schüler. Nicht nur der Hut und alle Kostüme müssen passen, sondern auch der Text muss sitzen. Gerade bei Alice-Darstellerin Jaqueline Schidelko und bei Grinsekatze Walerija Fuhr fällt eine Menge Text an. „Wir treffen uns sehr oft, um zusammen zu üben“, erzählen die Schülerinnen. Deshalb sollte der Text  dann bei den Aufführungen auch sitzen.
Ab dem 17. Februar 2014 beginnt der Vorverkauf für die beiden Aufführungen des Theaterstücks im Sekretariat der Gesamtschule. 80 Prozent des Gewinns der Aufführungen kommen dem Abi-Konto des Jahrgangs zugute und 20 Prozent der Schule, die das Geld für zukünftige Theaterprojekte verwenden will. GO

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