Kirchhellen - Ein Glasfaserkabel ist zehnmal dünner als das menschliche Haar. Kaum vorstellbar, dass durch diese dünnen Leitungen in Kirchhellen bald eine Vielzahl von Daten fließen werden. Und das auch noch in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Denn Ende des Jahres soll der Ausbau des Glasfasernetzes der Telekom im gesamten Gebiet mit der Vorwahl 02045 abgeschlossen sein und allen Haushalten ein schnelleres Internet mit bis zu 100 MBit/s zur Verfügung stehen.
Nicht nur Bezirksbürgermeisterin Margot Hülskemper freut sich über den Ausbau des schnellen Internets, musste sie doch jahrelang selbst mit einer all zu langsamen Datenverbindung auskommen. Auch viele LebensArt-Leser freuen sich, als wir Anfang des Jahres von den Plänen der Telekom berichteten. Viele riefen daraufhin bei der Telekom an, um sich nach den neuen Verbindungen zu erkundigen und wurden dabei in ihrer Vorfreude erst einmal getrübt. „Wir wissen nichts von einem Ausbau“, hieß es da, so berichtet uns ein Leser. „Ja, das ist leider so, dass wir die Leitung erst dann anbieten können, wenn Sie wirklich freigegeben ist“, sagt Frank Neiling von der Telekom. Bis dahin können die Telekom-Mitarbeiter am Telefon keine Aussage dazu machen, weil die Ausbauarbeiten des Netzes „nicht im System hinterlegt“ sind. „Wir können aber an dieser Stelle noch einmal sagen: Der Ausbau des Glasfasernetzes läuft. Die Bautätigkeiten werden im Juli beendet sein. Für Mitte November planen wir das Netz dann freizugeben“, sagt Frank Neiling. Um das schnelle Internet zu realisieren, sind drei Schritte notwendig: Erstens, auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse wird das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium der Welt. In Glasfaser können Daten in Lichtgeschwindigkeit übertragen werden.
Zweitens, die Multifunktionsgehäuse (MFG) werden so über das Ausbaugebiet verteilt, dass die Entfernung zwischen Kunde und MFG möglichst gering ist. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit. Das MFG ist prall gefüllt mit hochmoderner Technik. Es beheimatet bis zu achthundert Internet-Anschlüsse. Im MFG wird das Signal vom Glasfaserkabel auf eine Kupferleitung übergeben.
Drittens, auf der Kupferleitung, die vom MFG zum Kunden führt, kommt Vectoring-Technik zum Einsatz: Sie macht den Daten auf dem Kupferkabel Beine, denn sie beseitigt die elektromagnetischen Störsignale, die es zwischen Kupferleitungen gibt. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich.
In Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen werden dafür über 38 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt und 46 neue Netzverteiler aufgebaut. Dabei werden sich die Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger in Grenzen halten. Über 9.000 Haushalte profitieren dann, wenn sie denn wollen, vom schnelleren Internet. „Je nachdem, wie weit der Kunde vom Schaltgehäuse entfernt wohnt, erreicht die Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).“
„Die Deutsche Telekom wertet mit der geplanten Investition nicht nur unsere Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Ein schneller Internet-Anschluss gehört heute zu den wichtigsten Standortfaktoren einer Stadt. Immer wieder gibt es Forderungen zum Thema Breitbandausbau, die von jungen Familien und mittelständischen Unternehmen an die Politik gestellt werden.“
Wer sich einen schnellen Netzanschluss wünscht, der sollte sich im November bei der Telekom melden. „Jeder Kunde muss nämlich aktiv freigeschaltet werden“, sagt Frank Neiling. Im Vorfeld soll es aber noch eine Informationsveranstaltung für alle Bürger geben. gk