Kirchhellen - Am Freitag den 13. Juni wurde Ludger Schnieder von den Bezirksvertretern zum neuen Bezirksbürgermeister gewählt. Nun wird er sechs Jahre die politischen Geschicke in Kirchhellen leiten. LebensArt traf ihn zum Interview und hat ihn nach seinen Plänen und Zielen gefragt.
Herr Schnieder, wie haben Sie den Wahlabend im Mai erlebt?
„Es war spannend. Die Wahlergebnisse zur Wahl des Oberbürgermeisters haben mich allerdings nicht überrascht. Ich weiß um die Beliebtheit von Bernd Tischler, auch hier in Kirchhellen. Bei der Auszählung zu den Ratsparteien wurden dann schon einige Überraschungen deutlich. In manchen Bezirken haben wir als CDU sehr gut, in einigen leider nicht so gut abgeschnitten. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden. Besonders gefreut haben wir uns über das eindeutige Ergebnis zur Wahl der Bezirksvertreter.“
Die Wahl zum Bezirksbürgermeister Kirchhellens war da ja sicher nur eine Formalie?
„Sicherlich wirkt das wie eine Formalie, trotzdem war es noch sehr spannend. Ich habe auch darum gebeten, dass man mir vorher nicht gratuliert. Ich wollte keine Vorschusslorbeeren. Umso mehr freue ich mich über das tolle Ergebnis. Ich bin außerdem sehr froh, dass Marina Lüer zur Stellvertreterin gewählt wurde, ebenso wie Bernhard Steinmann zum zweiten Stellvertreter. “
Wie starten Sie nun in Ihr Amt?
„Zunächst möchte ich mir ein Bild über die Lage in Kirchhellen machen. Dazu nehme ich momentan Termine mit den verschiedenen Fachgremien wahr. Außerdem werde ich mich mit den Bezirksvertretern aller Parteien noch einmal an einen Tisch setzen und über die aktuellen Projekte und auch Problemstellungen sprechen und dabei, wenn möglich, konkrete Ziele formulieren.“
Welches Projekt werden Sie denn als erstes angehen?
„Der Antrag auf Umwandlung des VfB-Fußballplatzes in einen Kunstrasenplatz ist mir ein großes Anliegen. Für die Jugendarbeit ist das von ungeheurem Wert. Hier möchte ich auch alle Kirchhellner animieren, sich am Spendenaufruf des VfB zu beteiligen, um den erforderlichen Eigenanteil sicherstellen zu können. Außerdem möchte ich zeitnah eine Entscheidung zum Thema Schneiderstraße erzielen. Der Zustand der Straße wird nicht besser und die Kosten für die Sanierung nicht geringer, wenn wir das weiter auf die lange Bank schieben. Hier sollten wir eine sinnvolle Lösung anstreben, mit der alle Beteiligten leben können. Ebenso bin ich in Gesprächen, was die Nutzung des ehemaligen Spargelhofs Beckmann angeht und auch das Thema Flugplatz wird uns weiter beschäftigen. Mir sind aber ebenso die kleinen Dinge wichtig, die von den Bürgern an mich herangetragen werden, dabei geht es um Grünschnitt, Sauberkeit im Dorf oder einfach den Zustand von Straßen. Auch hier möchte ich Dinge in Bewegung bringen und dazu mit allen Parteien zusammenarbeiten “
Glauben Sie, dass Sie Schwierigkeiten in Ihrem Amt bekommen könnten, weil Ihnen der politische Hintergrund fehlt?
„Nein, ich gehe momentan einfach motiviert an die Sache heran. Ich stelle viele Fragen, vielleicht auch naive Fragen und spreche damit bestimmt auch wunde Punkte an, die manch einer nicht mehr hinterfragen würde. Es kann also auch ein Vorteil sein.“
Was hat die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Margot Hülskemper Ihnen mit auf den Weg gegeben?
„Dass ich sie jederzeit anrufen darf. Ansonsten hat sie mir keine Ratschläge gegeben. Aber Ihr Angebot steht und ich werde sicherlich darauf zurückkommen.“
Herzlichen Dank für das Gespräch!