Kirchhellen - Hospiz heißt übersetzt Herberge – das passt gut zum neuen stationären Hospiz in Bottrop. Seit Anfang März ist es in Betrieb und wird sehr gut angenommen, wie Christoph Voegelin und Antje von der Gaten bestätigen. Die Hospizbewegung hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schwerkranke und Sterbende sowie deren Angehörige in ihren schwersten Stunden zu begleiten. Dabei bietet das Bottroper Hospiz eine heimelige Atmosphäre, die kaum erkennen lässt, dass die Menschen, die dort wohnen, nur noch einen kurzen Lebensweg vor sich haben.
Hell gestrichene Wände mit wechselnden Bildern von Bottroper Künstlern, einen Wintergarten, der viel Sonne reinlässt und Zimmer mit hellen Buchenmöbeln –
soviel Medizin wie nötig und so viel Zuhause wie möglich, lautet das Credo. Da dürfen dann auch die WM-Fähnchen rund um den Fernseher nicht fehlen.
Christoph Voegelin ist Hospiz- und Pflegedienstleiter und hat das Bottroper Hospiz mit aufgebaut. Vor rund einem Jahr konnten die Bauarbeiten an der ehemaligen Chefarztvilla am Knappschaftskrankenhaus beginnen. Initiert wurde der Bau eines stationären Hospizes von der Bottroper Hospizgruppe, die rein ehrenamtlich schon seit mehreren Jahren arbeitet, und dem Förderverein der Hospizarbeit Bottrop e.V., deren Vorstand Antje von der Gaten angehört. „Wir arbeiten unabhängig von Trägerstrukturen und Krankenhäusern, auch wenn wir die räumliche Nähe zum Knappschaftskrankenhaus haben“, erklärt Christoph Voegelin, „zu uns können Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, jeden Glaubens und jeder sozialen Stellung kommen.“ Die Überweisung und medizinische Versorgung eines Gastes – im Hospiz spricht man von Gästen, nicht von Patienten, weil „unsere Gäste sind austherapiert, wir sind weder Krankenhaus noch Pflegeheim und deshalb sind unsere Bewohner unsere Gäste“ – erfolgt durch die jeweiligen Hausärzte. Der Aufenthalt ist kostenfrei, allerdings reichen die gesetzlichen Pflegegelder nicht aus, um die Betreuung zu finanzieren. „Deshalb sind wir, wie alle Hospize, auf Spenden angewiesen“, sagt Antje von der Gathen. Der jährliche Betrag, den das Hospiz finanzieren muss, beträg 150.000 Euro. Eine stolze Summe, die es aber wert ist, denn im Hospiz prägen Würde und Achtung, Respekt und Demut den Umgang der Menschen. Elf hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 30 ehrenamtliche Betreuer stellen die optimale Versorgung der Menschen sicher. Mit fachkundiger Pflege und großer Zuwendung ermöglichen sie Lebensqualität bis zuletzt. „Das betrifft natürlich auch die Angehören, die sich bei uns ebenso gut aufgehoben fühlen, wie die Kranken selbst. Wer mag, kann ein Zustellbett ins Zimmer stellen und sich 24 Stunden hier aufhalten. Auch Familienangehörige und Freunde sind herzlich willkommen“, so Christoph Voegelin. Gemeinsam mit einer spirituellen Begleitung durch katholische und evangelische Seelsorgerinnen, die von den Kirchen beauftragt sind, können Gäste, Angehörige und Mitarbeitende mit der oft schwierigen Situation im Hospiz umgehen.
Vor kurzem erst wurde der Garten rund um das Gebäude neu angelegt. „Die Firma Stauden Köster hat da unglaubliches geleistet und mit zahlreichen Mitarbeitern in kürzester Zeit ein kleines Paradies angelegt“, sagt Antje von der Gaten. Mitten drin eine Skulptur des Kirchhellener Künstlers Guido Hofmann, die auch „beklettert“ werden kann. „Und Mitte Juni hat der Spendenlauf „BOTTROP BEWEG DICH“ ganze 93.000 Euro für die Hospizarbeit spenden können. Das war natürlich super und hat uns ein ganzes Stück weiter gebracht“, freuen sich beide. Auch der Stadt Bottrop gilt ihr Dank für eine „wirkliche unkomplizierte Zusammenarbeit.“
Hospize wollen das Sterben wieder in das Leben integrieren. Den Kranken und ihren Angehörigen soll ein Stück Normalität vermittelt werden, was im Krankenhaus oder zu Hause oft nicht mehr gegeben ist. Die Bottroper Herberge legt dabei besonderen Wert auf die individuellen Wünsche der Gäste – es sind in der Regel ihre letzten. gj
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.hospizbottrop.de
Spendenkonten:
Sparkasse Bottrop
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BIC: WELADED1BOT
Volksbank Kirchhellen eG Bottrop
BLZ: 424 614 35
Konto: 541 0 571 300
IBAN: DE39 4246 1435 5410 5713 00
BIC: GENODEM1KIH