Kinder brauchen Eltern

Der Sozialdienst katholischer Frauen ist auf der Suche nach Pflegefamilien, die bereit sind, Kindern ein dauerhaftes Zuhause zu geben

Kirchhellen - „Jedes Kind hat das Bedürfnis nach Eltern“, sagt Karin Balzer von Westfälische Pflegefamilien (WPF), deshalb suchen WPF und der Pflegekinderdienst, beides Angebote des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Bottrop, dringend nach Pflegefamilien, die bereit sind, Kindern und Jugendlichen ein dauerhaftes Zuhause zu geben.

 

„Immer mehr Kinder müssen aus ihren Familien herausgenommen werden“, weiß Karin Balzer. Das kann viele verschiedene Ursachen haben, beispielsweise wurden die Kinder vernachlässigt, sind entwicklungsbeeinträchtigt oder haben seelische oder körperliche Misshandlungen erfahren. Zu ihrem eigenen Wohl müssen die Kinder deshalb ihre Ursprungsfamilie verlassen. Der Pflegekinderdienst und WPF suchen dringend nach Familien, Paaren, Lebensgemeinschaften oder auch Einzelpersonen, die diesen Kindern und Jugendlichen ein dauerhaftes Zuhause geben möchten. Denn da der Bedarf wächst, fehlen solche Anlaufstellen zunehmend.
Mit einer Kampagne möchte der SkF nun darauf aufmerksam machen und so Pflegefamilien finden. Unterstützung erhält er dabei von Renate Kuchenbäcker vom Schloss Beck. Sie unterstützt die Aktion mit einem Banner, das am Schloss Beck auf die Aktion hinweist. Zudem werden auch Flyer hier ausgelegt. „Diese Sache unterstütze ich gern, denn dass Kinder in Familien kommen und dort auch bleiben sollen, finde ich toll“, sagt Renate Kuchenbäcker. „Lust ihre Familie auf den Kopf zu stellen“, steht auf dem Banner. Denn, dass sich mit einem Pflegekind einiges ändert, ist sicher. Die Kinder, die in eine Pflegefamilie vermittelt werden sind häufig traumatisiert und zeigen Auffälligkeiten. „Diese Kinder haben alle eine Vorgeschichte“, weiß Sara Ernst vom Pflegekinderdienst. Umso wichtiger ist es, dass sie in ein liebevolles und stabiles Umfeld kommen. Die Kinder und Jugendlichen sind im Alter von ein paar Monaten bis hin zu 14 Jahre. Das Wichtigste ist, dass die Kinder sich auch eine Pflegefamilie wünschen. Denn Ziel ist es, dass die Kinder bis zum 18. Lebensjahr und darüber hinaus bis zur Vollendung einer Ausbildung in der Familie bleiben, wie ein leibliches Kind.

Interessierte, die sich vorstellen können ein Kind bei sich aufzunehmen, nehmen in Einzelgesprächen und in Gruppen an Vorbereitungskursen teil. Außerdem werden sie vom Pflegekinderdienst oder von WPF intensiv begleitet und erhalten Hilfestellungen beim Umgang mit Behörden, Schulen, Ärzten und Therapeuten. Aufgrund der besonderen Anforderungen erhalten die Familien ein Pflegegeld. „Die Familien oder Einzelpersonen, die sich bewerben, werden passgenau für die Kinder ausgesucht und lernen die Kinder, nachdem sie ihnen anonym vorgestellt wurden, dann im geschützten Rahmen kennen. Letztendlich entscheiden aber die Kinder, ob sie dort bleiben wollen“, sagt Sara Ernst.

Als Pflegefamilie bewerben darf sich jeder Interessierte, egal ob eine Familie mit Kindern, ein kinderloses Paar oder auch eine Einzelperson, wichtig ist allerdings, dass genügend Zeit für das Kind vorhanden ist. WPF ist für Kinder zuständig, die besonders traumatisiert, schon älter oder auch behindert sind und deswegen von der Pflegefamilie besondere persönliche und erzieherische Fähigkeiten oder sogar pädagogische oder medizinische Qualifikationen erfordern. Welches Kind in welche Pflegefamilie kommt, wird immer individuell für jeden Einzelfall entschieden. Weitere Informationen unter (02041) 18 663 63 und im Internet unter www.skf-bottrop.de. go

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