Schermbeck - Brasilien, das Land der Weltmeisterschaft, konnten wir in den vergangenen Monaten immer wieder im Fernsehen bewundern. Das berühmte Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro, die Copacabana und natürlich Christo Redentor, der hoch über der Stadt thront. Der Schülerin Juliane Janßen reichen die Bilder aus dem Fernsehen alleine nicht, denn Brasilien hat ja noch viel mehr zu bieten als diese berühmten Sehenswürdigkeiten. Deshalb macht sich die 15-jährige Schermbeckerin nun auf und beginnt das Abenteuer ihres Lebens.
Anfang August ging es für die Neuntklässlerin des St. Ursula Gymnasiums in Dorsten auf in die Großstadt Curitiba in Brasilien. Für ein Schuljahr wird sie hier bei einer Gastfamilie leben, denn Juliane nimmt mithilfe der Organisation AFS an einem Programm für interkulturelle Begegnungen teil. AFS ist ein gemeinnütziger Verein für den Jugendaustausch und interkulturelles Lernen. Ein mutiger Schritt, denn die 15-Jährige lernt erst seit Anfang des Jahres Portugiesisch und wird in Brasilien auch zur Schule gehen. „Deshalb habe ich etwas Sorge, dass ich in der Schule nicht klar komme, aber meine Gastmutter spricht auch Englisch und ich hoffe einfach, dass ich die Sprache schnell lerne, wenn ich dort bin”, erzählt Juliane vor ihrem Flug.
Ihre Gasteltern kennt sie bereits durch E-Mail-Kontakt und vom Skypen. „Die sind total nett und beide mit 32 und 33 Jahren noch ziemlich jung”, sagt Juliane. „Außerdem werde ich eine zweijährige Schwester in der Familie haben und einen Hund”, freut sich die Schülerin. Und nicht nur Curitiba wird sie kennenlernen. „Meine Gastfamilie will viel mit mir reisen, zum Beispiel zu den Iguazú-Wasserfällen und nach Rio de Janeiro.” Auf das Reisen ist Juliane besonders gespannt, denn bislang war sie noch nie so weit weg von Zuhause. „Ich bin nur innerhalb von Europa verreist und bin auch noch nie mit einer Passagiermaschine geflogen.”
Julianes Mutter, Bernadette Janßen, ist jedenfalls beeindruckt vom Mut ihrer Tochter. „Ich habe davor größten Respekt. Juliane war schon immer sehr abenteuerlustig und selbstständig und wenn sie sich etwas vornimmt, dann schafft sie das auch.” Mit soviel Unterstützung von ihrer Mutter konnte Juliane am 7. August mutig in das Flugzeug nach São Paulo steigen, von wo aus es dann mit der Gastfamilie im Auto weiter nach Curitiba ging.
Juliane hofft, dass sie sich schnell einlebt und kein allzu großes Heimweh bekommt, aber dann wird ihr sicherlich die herzliche Art der Brasilianer helfen, durch die sie sich dazu entschied, dieses Land zu besuchen. „Die Brasilianer sind alle so offen, nett und fröhlich und feiern viele Feste mit ihren Familien, das hat mich einfach angesprochen.” Wir drücken Juliane natürlich die Daumen, wünschen ihr eine unvergessliche Zeit in Brasilien und freuen uns, wenn wir im kommenden Jahr von ihren Erlebnissen und Reisen berichten können. GO