Kirchhellen - Nachdem der Bürgerentscheid der Initiative „Zukunft Flugplatz Schwarze Heide“ gescheitert ist und sich die Bürger für die weitere finanzielle Bezuschussung und einen Erhalt des Flugplatzes ausgesprochen haben, geht es hier nun scheinbar wieder voran.
„Nachdem es offiziell war, dass es um den Flugplatz einen Bürgerentscheid geben würde, sind viele Firmen und interessierte Investoren erst einmal in eine Wartestellung gegangen und auch der Hallenneubau ist in den Hintergrund gerückt“, sagt André Hümpel, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft. Nun aber scheint sich ein Aufbruch am Flugplatz Schwarze Heide abzuzeichnen. So rücken hier nun endlich die Bagger an, denn noch in diesem Jahr soll auf dem ehemaligen Campingplatz eine neue Rundhalle gebaut werden.
„Wir benötigen den Platz dringend“, sagt André Hümpel. In der Rundhalle sollen sieben bis acht Luftfahrzeuge mit bis zu zwei Tonnen Platz finden. „Die Flugzeuge werden hier auf einer Art Drehteller geparkt. So entfallen Rangierarbeiten, wie wir sie aktuell in der Halle an der Start- und Landebahn haben“, sagt André Hümpel. Momentan werden die Flugzeuge in einer großen Halle geparkt und zwar möglichst platzsparend. Das führt jeden Tag zu einem erheblichen Aufwand an Rangierarbeiten. Die neue Rundhalle bietet da für die Flugzeugbesitzer eine enorme Zeitersparnis beim „Ein- und Ausparken“. „Die Halle ist jetzt schon voll ausgebucht“, sagt der Geschäftsführer des Flugplatzes. Die Zeichen stehen auf Expansion, so scheint es.
Doch nicht nur der Hallenneubau ist ein deutliches Zeichen für den Aufbruch am Flugplatz. Die Ansiedlung neuer Firmen wohl ebenfalls. Das Unternehmen MCE (Maintenance Center Europe) mit Niederlassungen in Emden und Mönchengladbach ist seit Oktober auch am Flugplatz Schwarze Heide zu finden. Momentan erst einmal mit einem Büro, aber schon bald sollen auch das technische Equipment und ein Team aus Mechanikern folgen. „In der Luftfahrt gelten strenge Regularien, wir warten aktuell noch auf die Zulassung durch das Luftfahrtbundesamt“, sagt Ralf Ehrhardt, Geschäftsführer der MCE AG. Seine Firma ist für die Wartung von Luftfahrzeugen verantwortlich. „Wir machen quasi Inspektionen für Flugzeuge“, sagt Ralf Ehrhardt. Nur, dass Flugzeuge, anders als Autos, häufiger zur Wartung müssen. Es gibt eine Vielzahl von Pflichtprüfungen, die erfüllt werden müssen. Für Ralf Ehrhardt ist der Bottroper Standort ideal. „Das liegt zum einen an der guten Anbindung an das Ruhrgebiet, zum anderen an den aus unserer Sicht optimalen Voraussetzungen hier am Flugplatz zum Beispiel die lange Start- und Landebahn.“ Auch größere Maschinen kann das Unternehmen hier zukünftig warten. „Damit schließt die MCE AG eine Lücke am hiesigen Flugplatz“, sagt André Hümpel. Zum Beispiel kann die Firma auch die Wartung von Businessfliegern vornehmen und gerade dieser Sektor ist nun wieder im Gespräch. Erste Kontakte mit Kunden stehen bereits. „Die Weiterentwicklung des Flugplatzes ist ein Prozess, das geht nicht von heute auf morgen“, so André Hümpel. Er wartet nun auf den Ausbau des Gewerbegebiets. Hier ergeben sich weitere interessante Entwicklungsperspektiven.
Die klare Forderung des Bürgerentscheids war es, dass die Stadt deutlich weniger finanzielle Mittel für den Flugplatz bereitstellt. „Wir haben hier immer mit einem schmalen Budget gearbeitet und auf Einsparungspotenziale geschaut. Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass es hier Pflichtaufgaben gibt, die wir zu erfüllen haben.“ Dazu zählt nicht nur die Bereitstellung eines Rettungsdienstes für den Notfall, sondern zum Beispiel auch viel buchhalterischer Aufwand. „Wenn es hier 40.000 Landungen im Jahr gibt, dann müssen ebenso viele Rechnungen gestellt werden.“
Mit der neuen Halle, neuen Firmen die sich hier ansiedeln und der Perspektive auf einen Ausbau des Gewerbegebiets geht es für den Flugplatz zum Ende des Jahres jedoch ein gutes Stück bergauf. gsk