Schermbeck - Wer mit offenen Augen durch Schermbecks Dorfmitte läuft, der stolpert an zahlreichen Stellen über sie – Überbleibsel der alten Stadtmauer, die in früheren Zeiten Schermbeck und die Schermbecker Wasserburg umgab. Und diese Mauerreste überdauern bereits zahlreiche Jahrhunderte, denn erstmals erwähnt wurde Schermbecks Stadtmauer in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1416.
Zwei Tore und acht Wehrtürme hatte Schermbecks mittelalterliche Befestigungsanlage. Dazu gehörten außerdem ein Graben und ein vorgelagerter Wall. „Die Tore waren das östliche Steintor und das westliche Mühlentor“, weiß Hans Zelle vom Heimats- und Geschichtsverein Schermbeck. „Diese Tore wurden – wie das früher üblich war – tagsüber geöffnet und nachts geschlossen. Die Burg hatte aber ein eigenes Falltor, damit die Priveligierten auf der Burg jederzeit rein- und rausgehen konnten“, erzählt Hans Zelle. Sechs bis acht Meter hoch und etwa zwei Meter dick und mit Schießscharten versehen war Schermbecks Stadtmauer und bot der Schermbecker Bevölkerung oftmals Schutz. Auch die Dorfbewohner Altschermbecks konnten sich in Gefahrensituationen in die Stadt flüchten.
Bemerkenswert an dieser Befestigungsanlage ist, dass manche Häuser auf der Mauer errichtet wurden und bei anderen Häusern die Mauer in die Häuser einbezogen wurde. Und auch heute noch lehnen einige Häuser an die Stadtmauer an und stehen mit ihrer Rückwand an der Stadtmauer. In einigen Häusern existieren sogar noch Teile der Mauer als Keller- oder Hauswände.
Wer die historischen Mauerreste mit eigenen Augen sehen möchte, kann dies an verschiedenen Stellen wie zum Beispiel an der Steintorstraße. Hier zeichnet eine Tafel die Mauer aus und teilt dem Betrachter mit, dass die Mauer 1986 restauriert wurde. Und auch am Volksbankparkplatz an der Apothekerstege ist die Mauer deutlich zu sehen. „Hier wurde sie vor etwa zehn Jahren restauriert“, erinnert sich Hans Zelle. „Dort wo jetzt die Volksbank steht war früher übrigens der Stadtgraben“, weiß Hans Zelle. go