Schermbeck - „Der Vorstand der Volksbank Schermbeck ist mit dem Geschäftsjahr 2014 gut zufrieden. Im Kundengeschäft konnten wir deutlich wachsen. Wir erreichen ein gutes Ergebnis, aus dem wir unser Eigenkapital stärken und unsere Mitglieder mit Dividende bedienen wollen.“ Mit diesen Worten fasste Bankvorstand Rainer Schwarz das Ergebnis der Volksbank für das letzte Jahr zusammen.
Gleichzeitig betont er aber: „Wir sehen, dass die Erträge nicht mitwachsen. Niedrigzinsen, Regulierungswut und erhöhte Anforderungen der Bankenaufsicht treffen uns gleich von mehreren Seiten.“ Trotzdem sei der Vorstand der Kreditgenossenschaft „vorsichtig optimistisch“ und wolle die Herausforderungen der nächsten Zeit „aktiv angehen“.
Die Bilanzsumme der Bank stieg um 4,5 Prozent auf 421 Millionen Euro. Wichtiger sei das Gesamtkundenvolumen, betont Norbert Scholtholt, Prokurist und zukünftiger Vorstand der Bank. Diese Zahl beschreibt ausschliesslich die Geschäfte, die die Bank mit ihren Kunden und Mitgliedern getätigt hat, also die Summe aller Geldanlagen sowie der Kredite an Firmen, Häuslebauer und Verbraucher. Hier legte die Volksbank Schermbeck deutlich zu, und zwar von 786 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 828 Millionen Euro Ende 2014 (plus 5,4 Prozent). „Wachstum im Gesamtkundenvolumen kann ein regionales Kreditinstitut nur erreichen, wenn es seiner Kernaufgabe nachkommt: Mehr Geschäft mit seinen Kunden machen“, betonte Scholtholt.
Über das Jahr 2015 hat die Schermbecker Bank das Motto „Lösungen im Wandel. Aktiv.“ gestellt. Vorstand Wilhelm Köster berichtete, dass er Mitte des Jahres nach 45 Jahren im aktiven Dienst in den Ruhestand gehen werde. Konkrete Pläne hat er für die Zeit danach noch nicht. In den letzten Jahrzehnten habe sich manches in der heimatlichen Ökonomie getan, berichtete Köster, einige Themen seien deutlich wichtiger geworden. Als Beispiele nannte er die Bedeutung des regionalen Wirtschaftskreislaufes, die Beteiligung der Menschen an der Energiewende über Bürgerenergiegenossenschaften oder die Erschließung von Bau- und Gewerbeflächen, um den Ort und die Region zu stärken.
Rainer Schwarz verwies auf die Vorteile der Genossenschaftsidee. „Diese Idee ist nun auch der erste Beitrag, mit dem sich Deutschland bei der UNESCO um einen Eintrag in die internationale so genannte Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes bewirbt. Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat die Nachhaltigkeit der genossenschaftlichen Idee deutlich gemacht. Sie bildete einen Gegenpol zum Investmentbanking.“ Die Nähe zu den Kunden sei der Volksbank schon seit Jahrzehnten eine Herzensangelegenheit, so Rainer Schwarz, und das nicht nur, wenn von Dividenden die Rede sei, sondern auch dann, wenn es um guten Service, Beratung und Konditionen gehe. Nicht zu vergessen, die direkte Unterstützung im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich. Dort hat die Bank im vergangenen Jahr Vereine und Organisationen mit rund 87.000 Euro in Form von Spenden und Sponsoring unterstützt.
Die Bank hat die Beratungskapazitäten aufgestockt. Die größte Filiale der Volksbank – der Internet-Auftritt, der täglich von etwa 1.100 Kunden besucht wird – wird intensiv von sechs Mitarbeitern betreut. Ganz neu: Als eine der ersten Banken in Deutschland bietet die Volksbank Schermbeck eine eigene Info-App an (LebensArt berichtete in der Ausgabe 01/2015).
Ab April ist Norbert Scholtholt Mitglied des Vorstandes.Sichtbar wird Wandel auch an den Gesichtern. Norbert Scholtholt wird im April in den Vorstand der Bank aufrücken und die Nachfolge von Wilhelm Köster antreten. Der 43-jährige Bankbetriebswirt ist seit 1991 bei der Volksbank Schermbeck tätig, 1995 übernahm er den Bereich Controlling, seit 2005 ist er Abteilungsleiter des Betriebsbereiches. Im Jahr 2010 wurde ihm Prokura erteilt. Privat ist der Familienvater sportlich aktiv: Auf dem Tenniscourt ringt er mit seiner Frau und den beiden Töchtern um jeden Ball, in der Rüster Fußballmannschaft jagt er seit über zwanzig Jahren Tore. gj