Zu Gast bei einer Tagesmutter

Nicole Lasing-Duleba betreut ihre Regenbogenkinder in ihrem eigenen Heim – Die Tagesmutter gewährte LebensArt einen Einblick in ihren Tagesablauf

Gladbeck - Die bald dreijährige Emily lässt ein kleines Spielzeugauto über den bunten Teppich flitzen. Neben ihr sitzen der fast zweijährige Jamie und der kleine Marino auf dem Boden und sind in ihr eigenes Spiel vertieft. Marino ist gerade ein Jahr alt geworden und damit das Nesthäkchen der Tagesgeschwister. Der rote Kater Tigger ist auch im Wohnzimmer und sucht nach jemandem, der mit ihm schmust. Ein ganz normaler Tag bei der Tagesmutter Nicole Lasing-Duleba hat gerade begonnen.

Es gibt viele Gründe, warum Eltern für ihre Kinder eine Tagesmutter in Anspruch nehmen. Die Berufstätigkeit der Eltern kann eine Rolle spielen, aber auch der Wunsch nach frühzeitigen sozialen Kontakten ist für viele Eltern ausschlaggebend. In Gladbeck hat jedes Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, Anspruch auf einen Betreuungsplatz, auch wenn die Eltern nicht berufstätig sind. Die Kindertagespflege verfolgt den Auftrag, die Kinder zu erziehen, zu fördern und zu bilden. Familiennah und flexibel: Das ist diese Betreuungsform. Für die Kinder und deren Eltern bietet das zahlreiche Vorteile. In Kleingruppen von bis zu fünf Kindern werden die Kleinen außerhalb des Elternhauses von einer verlässlichen Bezugsperson betreut und können so auch in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen.

Die Tageskinder von Nicole Lasing-Duleba werden zwischen acht und neun Uhr morgens von ihren Eltern zu der Tagesmutter nach Gladbeck-Zweckel gebracht. Hier lebt die 38-Jährige mit ihrem Sohn Florian, ihrem Mann Sven und den zwei Katzen Gismo und Tigger. In ihrem gemütlichen, kleinen Zechenhaus mit einem großen Garten betreut Nicole Lasing-Duleba tagsüber ihre Regenbogenkinder im Alter von null bis drei Jahre. Den Eltern ihrer Schützlinge erweist sie mit ihrer Arbeit einen großen Dienst. „Ich helfe den Eltern, denn sie können beruhigt zur Arbeit gehen“, erklärt die Tagesmutter. Zu wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind, erleichtert es den Eltern, sich tagsüber von ihren Kleinen zu trennen. Die Kosten für die Kindertagespflege sind in Gladbeck analog zu den Beiträgen für Kindertageseinrichtungen. Die Beiträge errechnen sich aus dem monatlichen Familiengesamteinkommen.

Viele Aspekte der Tagespflege bieten Vorteile für die Eltern und ihre Kinder. „Ich bin flexibler als ein Kindergarten“, sagt Nicole Lasing-Duleba. Denn wenn Nachmittags Not am Mann ist, springt sie auch schon einmal ein. Dann kommen die Kleinen einfach mit zum Fußballtraining ihres Sohnes oder sind dabei, was auch sonst gerade ansteht. Und auch die Schützlinge der ausgebildeten Erzieherin profitieren von dieser besonderen Form der Betreuung. Dank der kleinen Gruppengröße kann Nicole Lasing-Duleba individuell auf jedes Kind eingehen. Außerdem werden die Kinder bei dieser Betreuungsform in den Familienalltag integriert. Die Kinder gehen wie Zuhause auch mit zum Einkaufen, helfen beim Tisch decken und Wäsche aufhängen. Aber auch an Ideen für kreative Spiele mangelt es Nicole Lasing-Duleba nicht. „Im Herbst haben wir ein Kastanienbad gebaut“, erzählt die Tagesmutter. Dazu wurden viele Kastanien gesammelt und in ein Plantschbecken gefüllt. Eine Idee, die bei den Kindern sehr gut ankam.

Bei schönem Wetter zieht es Nicole Lasing-Duleba mit ihrer kleinen Kinderschar nach draußen. Dann geht sie mit ihren Tageskindern spazieren oder zum Spielplatz. Der Vierlingskinderwagen bietet dabei genügend Platz für ihre Schützlinge. Nachdem sich die Kleinen an der frischen Luft austoben konnten, stehen Wickeln, Mittagsessen und Mittagsschlaf auf dem Programm. Nach dem Schlafen wird gespielt und es gibt noch einen Snack. Oft steht Obst und Gemüse auf dem Speiseplan, aber ab und zu darf es natürlich auch Kuchen sein. Nachmittags werden die Kinder dann von ihren Eltern abgeholt.

Nicole Lasing-Duleba hat eine abgeschlossene Berufsausbildung als staatliche anerkannte Erzieherin und absolvierte 2012 eine Weiterbildung bei der Stadt Gladbeck zur Tagesmutter. Bis zu fünf Kinder unter drei Jahren darf sie mit dieser Pflegeerlaubnis betreuen. Im Rahmen der Ausbildung musste sie auch einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder absolvieren, der regelmäßig aufgefrischt wird. Auch zwei Fortbildungen zu verschiedenen Themen rund um Kinder und Erziehung stehen jedes Jahr auf dem Programm. Die Vermittlung für Kindertagespflege ist in Gladbeck ausschließlich bei der Stadtverwaltung angesiedelt. go


Weitere Informationen: Wer eine Kindertagespflegestelle sucht oder sich zur Tagesmutter weiterbilden möchte, erhält weitere Informationen im Familienbüro der Stadt Gladbeck bei Ursula Kühnel unter der Telefonnummer (02043) 992620.

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