Foto: Jana Golus

Besonderer Empfang der Gäste aus Polen

Die polnischen Austauschschüler aus Gizycko wurden vom Bürgermeister einmal anders begrüßt – Grillwürstchen im Jugendheim statt Geschichtsstunde im Rathaus

Schermbeck - Eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Polnisch erklingt rund um das Jugendheim „You“ der evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck. Der Duft von Grillwürstchen liegt in der Luft und es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Viele Jugendliche sitzen oder stehen in Gruppen zusammen und unterhalten sich. Bürgermeiser Mike Rexforth hat die polnischen Austauschschüler aus Gizycko zum gemütlichen Grillabend eingeladen.
 

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Foto: Jana Golus

In Zusammenarbeit mit dem Leiter des Jugendheims „You“ Patrick Bönki war dem Bürgermeister die Idee gekommen, den Empfang der Austauschschüler einmal weniger formell zu gestalten als sonst. „Es ist doch schöner gemeinsam Musik zu hören, zu kickern und zu flippern als im Rathaus etwas über Schermbecks Geschichte zu lernen, dafür habe ich ein Buch mitgebracht“, sagt Mike Rexforth und erntet einige Lacher.

Ende März waren 16 polnische Jungen und Mädchen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Monika Lippert und einem weiteren Lehrer zu Gast in Schermbeck. Bereits seit 2001 besteht eine Schulpartnerschaft zwischen der Gesamtschule Schermbeck und dem Gymnasium in der polnischen Stadt Gizycko und zum elften Mal findet ein Schüleraustausch statt. Seit vielen Jahren wird der Austausch von Matthias Trost, Lehrer an der Gesamtschule, geleitet. Unterstützung erhält er in diesem Jahr von seinen Kolleginnen Annette Förster und Nadine Jarzombek.
 

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Foto: Jana Golus

Die polnischen Schüler sind zu Hause bei den teilnehmenden Schermbecker Schülern untergebracht. Aber die Jugendlichen kennen sich bereits, denn die Schermbecker haben ihre Gastschüler in Polen zuvor besucht und dort eine spannende Zeit verbracht. In Polen lernten sie im Herbst 2013 die Stadt Danzig und die Wolfsschanze kennen, welche Adolf Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen war. Bekannt wurde sie vor allem durch Claus Graf Schenk von Stauffenbergs Attentat auf Hitler. Außerdem erlebten die Gesamtschüler in Polen die Schönheit der masurischen Seen. Den Schwerpunkt des Austausches in Polen bildete ein gemeinsames Geschichtsprojekt in der Gedenkstätte „Konzentrationslager Stutthoff“. Die Schermbecker Gesamtschüler erinnern sich sehr positiv an den Austausch zurück. Marlon Rexforth hat die Paddelboot-Tour in Krutynia besonders gut gefallen. „Das hat sehr viel Spaß gemacht, das Wetter war schön und alles war sehr grün“, erzählt der 15-Jährige. Seine Mitschülerin Alena Stephan erinnert sich vor allem an das „Konzentrationslager Stutthoff“. „Das war erschreckend  zu sehen und ich hatte wirklich ein komisches Gefühl“, sagt die 15-jährige Schülerin. Der Austausch und der Besuch in Polen ist für die Jugendlichen eine spannende Erfahrung. „Es war wirklich interessant zu sehen, wie es in Polen aussieht. So hätte ich es mir dort gar nicht vorgestellt“, sagt Alena.

Alena und Marlon verstehen sich mit ihren polnischen Austauschschülerinnen Weronika und Gabrysia gut und haben in der Zwischenzeit über facebook und per E-Mail Kontakt zu ihnen gehalten. Dabei unterhalten sie sich vor allem auf englisch, denn die Schüler aus Polen haben erst seit kurzem Deutsch-Unterricht in der Schule. „Wir wollen, auch wenn sie wieder weg sind, den Kontakt halten“, sagt Alena.

Während die polnischen Besucher in Schermbeck sind, haben sie ein vielseitiges Programm, um möglichst viel von der Region zu sehen. Die Schüler aus Polen lernen die Gesamtschule Schermbeck kennen und nehmen hier am Unterricht teil, um das Schulsystem in Deutschland kennenzulernen. „Der Unterricht bei uns unterscheidet sich schon sehr vom Unterricht in Polen“, weiß Schulleiter Norbert Hohmann. Neben der gemeinsamen unterrichtlichen Arbeit stehen auch Ausflüge auf dem Programm. Wesel, Köln, Münster und Amsterdam werden besucht und natürlich dürfen auch eine Besichtigung der Arena auf Schalke sowie eine Rundfahrt durch das Ruhrgebiet nicht fehlen. go

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