Foto: Katharina Boll
Das „Ambulant Betreute Wohnen“ richtet sich an Menschen mit Behinderung jeden Alters. Ob sie alleine oder bei ihrer Familie wohnen, Hilfe bekommt jeder gehandicapte Erwachsene von der Organisation. Siegfried Schmitz und Dietmar Cyrus, die das Projekt zusammen ins Leben gerufen haben, möchten Behinderten helfen am gesamten gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Denn wie andere Jugendliche werden behinderte Kinder mit dem Wunsch nach einem eigenständigen Leben groß. In vielen stationären Wohneinrichtungen sind sie jedoch in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt. Denn der Tagesablauf ist fremdbestimmt. Selbständigkeit fängt bei kleinen Sachen an. Selbst bestimmen, was es zu Essen gibt, entscheiden, wann man zu Bett geht – das alles ist in einer stationären Wohneinrichtung vorgegeben. Dietmar Cyrus würde sich das nicht für seine Tochter wünschen.
Doch er erkennt das Problem, das auch viele Eltern von entwicklungsverzögerten Kindern haben. Er selbst weiß, wie schwer es ist loszulassen. Jedoch ist es wichtig, seinen gehandicapten Kindern Freiräume zu geben. „Viele Eltern möchten ihre Kinder mit einem Handicap so lange wie möglich zu Hause behalten und haben Angst, dass sie alleine nicht klar kommen. Doch behinderte Menschen sind eigenständiger als so manches Elternteil glaubt“, erklärt Dietmar Cyrus. Neben den jungen Erwachsenen bietet „Ambulant Betreutes Wohnen“ auch Hilfe für ältere Menschen mit Behinderung.