Gladbeck - Elf Mädchen aus Gladbeck begaben sich Anfang Juli auf einer Energiezeitreise bis zurück in die Zeit des Bergbaus. Eingekleidet in die typische Bergmannskluft posierten sie so für eine Fotostory, die sie selbst erstellten. Im Rahmen des Leseförderungsprojektes „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ nahmen die Mädchen an einem Workshop teil und erstellten mit Tablet-PCs eine Fotostory zum Energie- und Strukturwandel in der Region.
Ausgehend von der Sage zur Entdeckung der Kohle erarbeiteten die Mädchen in der Stadtbücherei in Kooperation mit dem Internationalen Mädchenzentrum und dem Museum der Stadt Gladbeck und unterstützt durch die Firma ELE-Scholven-Wind GmbH eine Fotogeschichte zum Thema Energiezeitreise – von unten nach oben“ von der Steinkohle zur Windenergie.
Zum Auftakt des Projektes wurde den Mädchen in der Stadtbücherei die Sage „Schweinehirt Jörgen entdeckt die Kohle“ vorgelesen. Dabei wurde deutlich, dass der Bezug zur Kohle auch bei den zehn- bis zwölfjährigen Mädchen noch vorhanden ist. „Einige Mädchen haben einen Opa oder Onkel, der unter Tage gearbeitet hat“, weiß Esther Montzka vom Internationalen Mädchenzentrum.
Nachdem die Mädchen die Geschiche gehört hatten, teilten sie sich in Arbeitsgruppen auf und erstellten ein Storyboard für die anschließende Erstellung der Fotogeschichte. Nach einer Einweisung in die Nutzung der Tablets, insbesondere der Fotofunktion und der App zur Erstellung der Fotostory, wurde die Geschichte vom Schweinehirt Jörgen von den Mädchen szenisch dargestellt und gleich per Tablet für die Fotostory fotografisch festgehalten.
Am zweiten Projekttag stand ein Besuch im Museum der Stadt Gladbeck auf dem Programm. Museumsleiterin Dr. Christine Schönebeck gab den Mädchen eine kurze Einführung in den Bergbau und zeigte ihnen bergbautypische Requisiten wie eine Bergmannskluft. Die Mädchen nutzten die Requisiten mit Begeisterung für ihre Fotostory.
Nach der Bergbaukulisse im Museum stand der Besuch des Windparks auf der Halde Oberscholven an. Dieser ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich. Andreas Brandt von der ELE-Scholven-Wind GmbH zeigte den Mädchen die beiden Windräder, die mit einer Nabenhöhe von knapp 100 Metern und einem Rotordurchmesser von 82 Metern fast 30 Kilometer weit zu sehen sind. Neben der beeindruckenden Außenansicht ergab der Besuch im Inneren der Windräder weitere interessante und ungewöhnliche Fotomotive und Informationen zur Erstellung der Fotostory.
Die Stadtbücherei hatte sich im November vergangenen Jahres für das Projekt beworben und die Föderung erhalten. Für das nächste Jahr ist eine Fortsetzung geplant. „Die Mädchen sind mit Begeisterung dabei, so dass wir das Projekt in ähnlicher Form im nächsten Jahr wiederholen wollen“, sagt Uwe von der Weppen, Leiter der Stadtbücherei. go