Hilfe aus der Abhängigkeit

Der Kreuzbund e.V. Bottrop bietet nun zwei Sprechstundenzeiten zur Suchtselbsthilfe im St. Antonius Krankenhaus an – für Betroffene und Angehörige

Kirchhellen - Irgendwie gehört es einfach dazu, das Glas Wein oder die Flasche Bier. Zu jedem Geburtstag, beim Abendessen mit Freunden, zum Hochzeitstag, an Weihnachten und Silvester – und überhaupt immer dann, wenn es etwas zu feiern gibt. Alkohol ist in unserer Gesellschaft etabliert, kann aber auch schnell abhängig machen.

„Wann ich vom „Normaltrinker“ zur Alkoholikerin geworden bin, kann ich wirklich nicht sagen. Irgendwann konnte ich ohne diesen Rausch einfach nicht mehr leben“, erzählt Marianna Kellerhaus. Die Kirchhellenerin kennt die Gefahren dieser Alltagsdroge nur zu genau. Viele Jahre bestimmte sie ihren Tagesablauf, bis sie selbst erkannte: „Etwas stimmt nicht, ich brauche Hilfe.“ Ein großer Schritt, den zu gehen es besonders schwerfällt. Marianna Kellerhaus entschied sich dazu, sich an den Kreuzbund e.V. Bottrop zu wenden und fand dort auf Anhieb das offene Ohr, das sie so dringend brauchte.
Der Kreuzbund leistet Hilfe zur Selbsthilfe und fungiert bereits seit vielen Jahren als Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige. Für sie alle gibt es eine Reihe von Angeboten, darunter eine Sprechstunde Suchtselbsthilfe im St. Antonius Krankenhaus Kirchhellen. Jeden Mittwoch von 10 Uhr bis 12 Uhr und – neu eingeführt – von 17 Uhr bis 19 Uhr ist hier in Zimmer 139 jemand vor Ort, der in Einzelgesprächen und auf Wunsch vollkommen anonym, die Problematik und ihre Auswirkungen auf die Menschen im Umkreis, auf Freunde und Familie sowie im Alltag bespricht. „Es handelt sich um eine erste Anlaufstelle, aus der heraus wir die Menschen weiter begleiten“, berichtet Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Löbert. Und der Bedarf ist groß: Keine Sprechstunde bleibt unbesucht. „Deswegen haben wir die zweite Stunde eingeführt“, erklärt Löbert. Schwerpunkt dieser Beratung liegt im Bereich Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, doch auch bei jeder anderen Sucht oder Co-Abhängigkeit (Mitbetroffene) gibt es hier Hilfe. „Wir leiten die Menschen natürlich zu den entsprechenden Ansprechpartnern und Gruppen weiter.“ Alleine gelassen wird niemand. ko

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