Schermbeck - 8. Mai 1945: Der Krieg ist zu Ende, die Alliierten siegten über die deutschen Truppen. Doch mit dem Ende traten andere Feinde auf – Hungersnöte und eine rechtlose Zeit kamen auf die Schermbecker Einwohner zu. 100.000 Menschen starben auch nach dem Kriegsende in ganz Deutschland. Friedel Stricker kann sich noch gut an die Vorkomnisse um das Kriegsende herum erinnern. Gemeinsam mit der LebensArt begab sich der Zeitzeuge auf eine Reise in die Vergangenheit und wusste Interessantes zu berichten.
„Zu vielen Exponaten habe ich eine persönliche Beziehung“, sagt Friedel Stricker, als er die aktuelle Ausstellung im Heimatmuseum Schermbeck betritt. Der Zeitzeuge hat aktiv an der Ausstellung mitgewirkt und viele Exponate persönlich beigesteuert. „Ich hätte gerne noch mehr ausgestellt. Leider reicht der Platz gar nicht aus für alle Exponate. So haben wir uns auf die wesentlichen beschränkt“, berichtet der Zeitzeuge. Als Anlass für die Ausstellung nahm der Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck das Kriegsende vor 70 Jahren. Bereits zum 50. Jahrestag des Kriegsendes stellte Friedel Stricker einige der Exponate im Heimatmuseum aus. Doch in der aktuellen Ausstellung sind Dokumente und Fotografien hinzugekommen, zu denen man damals noch keinen Zugriff hatte. „Dinge, die man vorher nicht wusste, weiß man jetzt“, erklärt Friedel Stricker. In der Ausstellung werden unter anderem auch Aufrufe gezeigt, die die Schermbecker aufforderten, die Region zu räumen. „Meine Familie ist den Aufrufen damals nicht nachgekommen. Wir sind in Schermbeck geblieben. Doch viele sind geflohen und als sie zurückkamen, waren ihre Häuser von anderen Familien besetzt oder geplündert. Es war eine rechtlose Zeit“, erinnert sich Friedel Stricker.
Interessierte können sich die Ausstellung im Heimatmuseum Schermbeck an der Steintorstraße 17 noch bis zum 30. April 2016 ansehen. Jeweils sonntags von 10 bis 13 Uhr öffnet das Museum die Türen. Außerdem können Sie einen Termin vereinbaren unter der Telefonnummer (02853) 4709. kb