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Etappenziel erreicht, Richtfest am neuen Kaplan-Poether-Haus

Viele Gäste, viele Nägel und ein zukunftsweisendes Projekt – Die Gemeinde Herz Jesu und der Caritasverband Gladbeck e.V. feiern Richtfest am neuen Kaplan-Poether-Haus

Gladbeck - Auf etwa 200 Gäste hat Zimmermann Lübbering von der Firma Terhalle geblickt, als er Mitte Juni den Richtspruch vom Giebel des neuen Kaplan-Poether-Hauses sprach. Mit der Veranstaltung feierten die Gemeinde Herz Jesu und der Caritasverband Gladbeck e.V. den Fortschritt des Gebäudes an der Schroerstraße 3. Das Besondere des Abends: Alle künftigen Bewohner waren vor Ort und schlugen selbst Nägel in die Holzbalken. Zudem konnten sie sich erstmals einen Eindruck von ihren neuen Wohnbereichen verschaffen.

Die Kooperation von Probsteipfarrei, Gemeinde und Caritasverband hat ein für die katholische Kirche in Gladbeck zukunftsweisendes Projekt auf den Weg gebracht. Das neue Kaplan-Poether-Haus bietet auf 1.070 Quadratmetern einem Gemeindezentrum und zugleich zwei Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen Platz. Die neuen Wohngruppen sind Teil des Dezentra­lisierungsprojektes des St.-Suitbert-Hauses.
„Einige Bewohnerinnen und Bewohner des St.-Suit­bert-Hauses freuen sich schon sehr darauf, dass sie in ihren alten Stadtteil zurückziehen können, in dem sie vor der Aufnahme in unser Wohnheim gelebt haben. Mit dem von der Propsteipfarrei und der Gemeinde Herz Jesu geplanten Haus schaffen wir eine Willkommenskultur für Menschen mit Behinderung und zeigen, wie Inklusion in diesem Stadtteil gelebt werden kann“, sagte Rainer Knubben, Vorstand des Caritasverbandes Gladbeck, in seinem Grußwort. Auch Brigitte Puschadel, stellvertretende Bürgermeisterin, würdigte das Besondere des entstehenden Hauses: „Das dezentrale Wohnprojekt ist beispielhaft. Die Bewohnerinnen und Bewohner des St. Suitbert-Hauses ziehen vom Stadtrand hinein in den Stadtteil und sind damit zurück in der Mitte der Stadtgesellschaft. Das ist gelebte Inklusion und sorgt für ein gutes Miteinander – ganz im Sinne des Namensgebers Kaplan Bernhard Poether.“
Die Gemeinde Herz Jesu, die von Beginn an aktiv mitgestaltet, erhält im Erdgeschoss des Gebäudes ein modernes Gemeindezentrum. Hier ist auf 333 Quadratmetern Platz für das Gemeindeleben. Claudia Landmesser, Mitglied des Vorstands des Gemeinderats Herz Jesu, freut sich auf ein gutes Miteinander, geprägt vom wechselseitigen Respekt der unterschiedlichen Menschen, die das Haus mit Leben füllen werden.
Der Caritasverband Gladbeck setzt mit dem Projekt konsequent seine in vielen Jahren erprobte und weiterentwickelte Zielsetzung um, Menschen mit Behinderungen so viel Eigenständigkeit wie möglich zu bieten. Die Unterstützung, die nötig bleibt, wird in den kleineren Wohngruppen weiter angeboten. Durch die Dezentralisierung wird ein normaleres und nachbarschaftliches Miteinander besser möglich werden. Begegnungen im Alltag werden mitten im Stadtteil spontaner stattfinden als bisher am Rande der Stadt. Damit wird ein großer Schritt in Richtung „Inklusion“ gemacht. Die UN-Konventionen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen werden damit ein gutes Stück weiter in der Stadt verwirklicht.
Im ersten und zweiten Obergeschoss entsteht je eine Wohngruppe für acht Menschen mit Behin-derung. Helle, barrierefreie Einzelappartements und Gemeinschaftsräume ermöglichen individuelle, aber auch gemeinschaftliche Lebensgestaltung. Die Kosten für die Wohngruppen werden sich auf etwa 1,7 Millionen Euro belaufen. Zuschüsse und Darlehen der Aktion Mensch, der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, öffentliche Mittel und Eigenmittel des Caritasverbandes Gladbeck decken die Finanzierung ab.
Für das neue Gemeindezentrum hat der Förderverein der Gemeinde Herz Jesu dem Gemeindebauausschuss feste Finanzierungszusagen von rund 38.000 Euro für die Inneneinrichtung gegeben. Diese Mittel sind aus Überschüssen der Gemeindefeste und Spenden aufgebaut worden und stehen nun zur Anschaffung zum Beispiel der Küche und Beleuchtung zur Verfügung. Weitere Mittel von etwa 25.000 Euro hat der Kirchenvorstand der Gemeinde Zweckel für die Inneneinrichtung zugesagt.

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