Foto: Katharina Boll

Liebe auf den ersten Alpaka-Blick

Familie Lorei lebt gemeinsam mit 26 Alpaka auf dem Hof – Die neugierigen Zeitgenossen haben so einiges zu bieten

Schermbeck - Große Knopfaugen und flauschiges Fell – wer kann da nur widerstehen? Die Familie Lorei aus Schermbeck jedenfalls nicht. Sie kaufte vor vier Jahren ihr erstes Alpaka. Seit dem wächst die Alpakazucht immer weiter. Nun haben wir die multikulturelle Bande einmal besucht und mit Familie Lorei über die Faszination „Alpaka“ gesprochen.

Alpaka: die besseren Schafe

Sie haben beide kuschliges Fell, müssen geschoren werden und „mähen“ Gras – trotzdem haben Alpakas so einige Vorteile gegenüber den einheimischen Schafen, weiß die 22-jährige Talina Lorei. „Alpaka Fell riecht nicht so streng wie das von Schafen“, erklärt sie. „Und außerdem sind es Latrinengänger.“ Klingt komisch, ist aber so. Die Alpaka der Familie Lorei haben sich alle einen Ort ausgesucht, der ausschließlich für ihr „Geschäft“ vorgesehen ist. Und das ist nicht alles, wie Talina weiter erklärt: „Sie haben auch alle den gleichen Rhythmus. Das heißt, sie gehen alle gleichzeitig ‚aufs Klo‘.“ Verrückt diese Alpakas. Doch das freut insbesondere den Herrn des Hofes, Talinas Vater Holger Lorei. Er ist der Mann fürs „Grobe“. „Die Alpakas sind unser gemeinsames Hobby. Wir packen alle mit an“, betont Holger Lorei, der die Liebe seiner beiden Frauen zu den besonderen Vierbeinern teilt.
 

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Ein besonderes Kunststück für einen Alpaka – für die Alpaka-Shows trainiert Talina Lorei ihre Tiere.
Foto: Katharina Boll

Süß und verdammt clever

„Man kann Alpakas bitten, aber niemals zwingen“, eine wichtige Lektion, die uns Talina direkt zu Beginn unseres Treffens erklärt. Die 22-jährige Studentin ist für die Ausbildung der Jungtiere zuständig und kennt genau die Eigenarten und Vorteile ihrer Vierbeiner. „Alpakas sind sehr schlau. Man kann sie wunderbar trainieren“, erklärt die junge Schermbeckerin. Eine Grundausbildung erhält jedes Jungtier. „Es ist wichtig, dass sie die Halfterführung lernen und mit Alltagsgeräuschen umgehen können. Außerdem übe ich mit ihnen das ‚Fuss-geben‘. Das ist hilfreich beim Klauen schneiden“, erklärt Talina.

Einige ausgewählte Tiere erhalten zudem noch eine besondere Ausbildung. „Drei Alpakas haben wir schon der AWO in Köln gegeben. Sie werden nun zu Therapiezwecken eingesetzt.“

Mit anderen übt die Schermbeckerin für Alpaka-Shows, zu denen sie zwei bis drei Mal im Jahr fährt. „Alpak-Shows sind wichtig, damit wir als Züchter sehen, wo wir mit unseren Tieren stehen. Außerdem ist es immer ein toller Austausch mit anderen Züchtern“, erklärt Simone Lorei, Talinas Mutter. „Um die Qualität der Wolle zu testen, schicken wir außerdem Faserproben in die USA oder nach Australien.“ Die beliebte Wolle der Alpakas verkauft die Familie Lorei.
 

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Foto: Katharina Boll

Liebe auf den ersten Blick

Begonnen hat die Liebe zu den flauschigen Tieren schon früh. Doch die eigene Alpakazucht begann erst im Jahr 2012. Geplant war das eigentlich nie. Doch bei einem Besuch eines Zuchtbetriebes in Lüdinghausen war es um Simone Lorei geschehen. „Ich habe ihm einfach zu tief in die Augen geschaut“, erzählt sie lachend. Noch an dem Tag kaufte die Familie ihre ersten zwei Damen und damit fiel der Startschuss. „Erst haben wir die Alpakas ‚just for fun‘ gehalten. Nur durch einen Zufall haben wir dann von einem Züchter aus Holland den ersten Deckhengst gekauft.“ Mittlerweile fasst die Lorei-Zucht stolze 26 Alpakas. Von Neuseeländern bis hin zu Peruanern ist hier alles dabei. „Als ich in Neuseeland war, habe ich mir über 400 Alpaka angeschaut, um die Passenden für unsere Zucht zu finden“, erzählt Talina.

Ein zeitintensives Hobby. Doch das nimmt die Familie Lorei gerne in Kauf. Und wenn man einem Alpaka nur einmal tief in die Augen geschaut hat, weiß man auch warum. kb


Weitere Informationen: www.lopaka.de.

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