Kirchhellen - Passend zur bevorstehenden Adventszeit zeigt uns der Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen in seinem Heimathaus eine ganz besondere Ausstellung. Die Kunstwerke des Bildhauers Josef Grasedieck sind bereits seit September zu besichtigen. Doch nun folgt eine Ausstellung mit verschiedenen Krippen, die der Kirchhellener Künstler gefertigt hat.
Foto: Katharina Boll
Um noch einmal eine andere Fassette des vielseitigen Künstlers näherzubringen, entschloss sich der Verein für Orts- und Heimatkunde in einer Folgeausstellung nur die Krippen Josef Grasediecks zu zeigen. Denn insbesondere für seine Krippenausstellungen in Telkte erhielt der Künstler einige Auszeichnungen. Und auch heutzutage sind einige Krippen von Josef Grasedieck noch in Rom und Genua ausgestellt.
Unter den religiösen Kunstwerken, die hauptsächlich aus Mooreiche und Eichenholz bestehen, können die Besucher des Heimathauses auch besondere Exemplare finden. „Wir haben beispielsweise eine Krippe von Josef Grasedieck, die er aus einem alten Balken geschnitzt hat, in dem vor etwa 300 Jahren ein Blitz eingeschlagen ist“, erzählt Peter Pawliczek, 1. Vorsitzender der Vereins. Außerdem ist auch Josef Grasediecks letzte Krippe ausgestellt, die gleichzeitig auch sein letztes Kunstwerk darstellt. „Als er diese Krippe erschuf, war Josef Grasedieck bereits vollkommen erblindet. Beeindruckend, wie er es trotzdem fertigen konnte“, sagt Ferdinand Schmitz, stellvertretender Vorsitzender.
Als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden die Krippen von Familien aus den umliegenden Ruhrgebietsstädten. Auch die sogenannte Wurzelkrippe aus der St. Johannes Kirche hat in der Ausstellung einen vorrübergehenden Platz gefunden. „Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns ihre Krippe zur Verfügung gestellt haben“, sagt Peter Pawliczek. „Wir freuen uns immer über neue Geschichten und Leihgaben der Bevölkerung und sind ständig auf der Suche.“ Ein besonderer Dank geht auch an die Mitglieder des Heimatvereins, die zu den Öffnungszeiten im Heimathaus sind.
„Die erste Ausstellung kam sehr gut an. Das freut uns natürlich. Das Wichtigste ist, dass wir Freude daran haben und diese auch vermitteln“, betont der Vorsitzende.
Bis einschließlich Sonntag, 11. Dezember ist die Krippenausstellung für Besucher frei zugänglich. Danach werden die religiösen Kunstwerke wieder den Familien übergeben. Donnerstags von 11 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 13 Uhr sind Interessierte eingeladen das Heimathaus zu besichtigen. Darüber hinaus kann die Ausstellung auch nach Absprache besucht werden. Insbesondere Vereine, Gruppen und Schulen sind hier angesprochen. kb
Der Verein für Orts- und Heimatkunde ist noch auf der Suche nach einem Lagerraum für die Dauerleihgaben. Wer einen Raum zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Peter Pawliczek unter der Telefonnummer (02045) 2215 melden.