Kirchhellen - Für Kinder und deren Eltern sind sie das erweiterte Kinderzimmer: Spielplätze. Den Kleinen dienen sie als Übungsgelände, als Schauplätze von Abenteuern und ersten Freundschaften, den Eltern im Idealfall als ein Ort, an dem sie ein wenig entspannen und plaudern können, während der Nachwuchs in einem geschützten Raum an der frischen Luft beschäftigt ist. Sie sind Treffpunkt im Dorf und für die Bildung von Netzwerken wichtig.
Aber wie ist es um die Spielplätze in Kirchhellen bestellt? LebensArt hat sich einige dieser Spielmöglichkeiten angeschaut, mit Expertinnen und Experten sowie der Verwaltung gesprochen und herausgefunden, dass einige Spielplätze toll sind, andere alt und schmuddelig und manche gar nicht mehr da sind.
In der Stadtverwaltung ist das Amt für Umwelt und Grün zuständig. Ulrich Kollath, Abteilungsleiter, erklärt die derzeitige Situation: „Wir von Seiten der Stadt haben einen Spielplatzentwicklungsplan erstellt, der zurzeit bei einem Planungsbüro bearbeitet wird, um konkrete Aussagen über die Beschaffenheit neuer und weiterer Spielplätze im Stadtgebiet zu treffen. Im Frühjahr 2018 wird die Planung fertig sein und mit dem nötigen finanziellen Mitteln können wir neue Plätze bauen. Vor allem im Bereich der A-Spielplätze (s. Kasten) müssen wir in Kirchhellen aufholen.“ Die Verwaltung ist sich der Situation also durchaus bewusst und will Abhilfe schaffen. Die Neubaugebiete Dorfheide und Tappenhof werden schließlich durch Familien mit Kindern im Kindergarten- und Schulalter bewohnt, da ist der Bedarf groß. „Es gibt zahlreiche Spielplätze mit wenigen Geräten wie Wackeltiere oder Rutschen, doch die reichen nicht aus“, so Ulrich Kollath weiter, denn „in Kirchhellen sind viele Eigenheime, die für den Kleinstbedarf selbst ausgestattet sind. Es müssen „Leuchtturmplätze“ wie die im Stadtpark oder Ehrenpark in Bottrop her. Einziger A-Spielplatz in Kirchhellen ist der am Wellbraucksweg und selbst dieser ist schon älter und bedarf einer Überholung. „Aber wie so oft hakt es an der Finanzierung. Dennoch wird sich in den kommenden Jahren dahingehend etwas tun. Die Neubaugebiete stehen ganz oben auf der Liste“, sagt Ulrich Kollath.
„Es ist nicht schlecht, könnte aber besser sein!“
Melanie Strunk von der Kindertagesstätte „Sonnenkind“ an der Sandgrube kennt sich aus mit den Anforderungen an Spielplätze: „Viele Spielplätze sind für die Kinder uninteressant – entweder sind sie zu sehr in der Sonne oder mitten im Wald und damit ziemlich verschmutzt. Der Platz am Wellbraucksweg ist klasse, da gibt es Bäume und Bänke und zwei Bereiche für Kinder unterschiedlichen Alters.“ Sie weist noch auf den Spielplatz im Schölzbachwald hin, wo ebenfalls Bänke sind, auf denen die Eltern verweilen können. „Der Bach gibt zudem viele Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken“, sagt die Mutter von zwei Söhnen. Der Platz an der Johannesschule sei zudem für ältere Kinder interessant, weil die Geräte für den Schulbetrieb genutzt würden. „Dadurch ist er natürlich auch gut gepflegt und sauber.“
Um Rückmeldung wird gebeten
Apropos sauber: Ulrich Kollath weist darauf hin, dass alle Spielplätze einmal in der Woche angefahren und visuell inspiziert, gesäubert werden und die Funktionsfähigkeit der Spielgeräte überprüft wird. Ein bis zwei Mal im Jahr schließlich kontrolliert die Stadt, ob die Spielgeräte noch sicher stehen und die Fundamente in Ordnung sind. „Wenn dennoch eine grobe Verschmutzung oder Sicherheitsmängel auftreten, sind wir für Rückmeldungen dankbar.“
Einige der Spielplätze werden von ehrenamtlichen Paten betreut. Sie melden kaputte Schaukeln und vermüllte Ecken. Melanie Strunk: „Die Verschmutzung hält sich in Grenzen, das größere Problem sind die veralterten Spielgeräte. Das macht den Kindern keinen Spaß.“ Im Vorfeld der Erstellung des Spielplatzkonzeptes wurden die Grundschulen mit einbezogen. Die Kinder durften Wünsche und Ideen äußern. Bis etwas umgesetzt wird, sind diese Kinder dem Spielplatzalter aber wohl schon entwachsen… gj
Kategorie A –
mit Spielgeräten und Freiflächen für alle Altersgruppen. Klettertürme, Rutschen in verschiedenen Größen, Multifunktionsgeräte.
- Wellbraucksweg
Kategorie B –
mit Spielgeräten für Kinder im Grundschulalter
- Frieskamp
- Schölzbachwald
- Johannesschule
Kategorie C –
mit Spielgeräten für Kindergartenkinder
- davon gibt es zahlreiche Plätze, die zum Teil alt und heruntergekommen sind – Die Stadt will von diesen Plätzen weg