Schüler gedenken toter Juden

Zu einer Gedenkstunde zur Pogromnacht luden die beiden Geschichts-LK‘s der Gesamtschule

Schermbeck - „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen politische Parteien mit rassistischen Gedanken in unseren Parlamenten sitzen, ist es wichtig, dass wir uns mit unserer Vergangenheit beschäftigen. Und auch sagen, dass wir das falsch finden“, appellierte Schulleiter Norbert Hohmann gleich zu Beginn der Veranstaltung zur Pogromnacht. 42 Schüler der Q2 hatten sich zusammen mit ihren Geschichtslehrern mit dem Thema Nationalsozialismus in Schermbeck beschäftigt und am 9. November 2017, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, eine Gedenkveranstaltung auf die Beine gestellt.

Außerhalb des Unterrichts hatten die Schüler freiwillig Referate vorbereitet, die sie an diesem Tag vor Publikum präsentierten. „Wir machen das, um zu erinnern, was passiert ist und damit sowas nicht nochmal passiert“, erklärte Lehrerin Anna Zerhusen, die zusammen mit den Schülern die Veranstaltung vorbereitet hatte. Dem Grauen in der Gemeinde sollte ein Gesicht gegeben werden. Denn auch in Schermbeck mussten viele Juden unter den Terror der Nazis leiden.

Während die jüdischen Familien zu Beginn der NS-Zeit noch in Schermbeck zum großen Teil gut integriert waren, wurden sie schnell zu Opfern der nationalsozialistischen Propaganda. „Irgendwann grüßten die Nachbarn nicht mehr, Geschäftsbeziehungen wurden beendet oder Juden wurden in der Öffentlichkeit beleidigt“, berichtet Schüler Janis Ihnen in seinem Referat. Schließlich kam es zur Reichspogromnacht am 9. November 1938. Die Nazis trafen sich auf einer Wiese außerhalb von Schermbeck und zogen von dort aus durch den Stadtkern, sangen antisemitische Hetzlieder und attackierten Fenster von Juden und „Judenfreunden“. Es wurde auch in Häusern eingebrochen und Möbel und Lebensmittel zerstört. Die Synagoge blieb allerdings halbwegs erhalten, da die Nazis Angst vor einem großflächigen Brand hatten.

Mehrere Referate wurden an diesem Morgen gehalten, um zu erinnern und informieren. Auch die Schermbeckerin Marlis Fengels war gekommen, um ihren Roman „Die Schönenbecker“ vorzustellen und ein Kapitel daraus zu lesen. Ein Vertreter des „Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein“ lobte die Schüler, dass sie sich mit einem so wichtigen Thema befasst haben und so Rassismus keinen Nährboden bieten. Anschließend besuchten Schüler, Lehrer und Gäste gemeinsam den jüdischen Friedhof. Dort wurden kurze Gedichte auf hebräisch vorgetragen und Steine und Kerzen auf die Gräber gelegt. js

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